Lebensfragen

Auf dieser Seite werde ich eine Sammlung an Fragen aufbauen, die sich mit den Themen Depressionen und Suizidalität befassen und die wichtigsten Antworten liefern. 

Die Fragen für ein neues Leben, sind kleine Fragen, die stark sind. Ihre Kraft zeigt sich erst dann, wenn Du darüber nachdenkst. Nicht nur 5 Minuten, nein, einen halben oder einen ganzen Tag lang. Geh damit schwanger oder hole Dir für Deine tägliche Meditation eine Frage, über die Du nachdenken kannst. Dieser Bereich wird stetig wachsen. Es lohnt sich also zurück zu kommen.

 

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FAQs

Depressionen

Woran kann ich Depressionen erkennen


Depression zeigen sich bei jedem Menschen immer ein wenig anders, in Form und Stärke. Aber es gibt Anzeichen. Typische Symptome in unterschiedlicher Kombination und Ausprägung sind - Hoffnungslosigkeit - Gefühl der Wertlosigkeit - gesteigertes Desintresse - tiefe Traurigkeit - das Gefühl der inneren Leere - Schlafstörungen - starke Ängste - Panikattacken - tiefe Traurigkeit - innere Leere - zunehmende Schuldgefühle - immer stärker werdende Konzentrationsstörungen - häufiges Grübeln - Antriebslosigkeit - Gefühl der Gefühllosigkeit - Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer - Stimmung ist durch Zuspruch nicht aufzuhellen - erhöhte Ermüdbarkeit - Antriebshemmung - sinkendes Selbstvertrauen - arge Sorge um die Zukunft - Neigung zur Hypochondrie - Hilflosigkeit - Suizidgedanken - empfundene Sinnlosigkeit des Lebens - verminderter Appetit - extreme emotionale Reaktionen - tägliches vorzeitigem Erwachen vor der gewohnten Zeit - ca. ein bis zwei Stunden - starkes Morgentief - innere Unruhe - Morgentief - Appetitlosigkeit - plötzliche Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme - schwaches bis kein sexuelle Interesse




Wann spricht man von chornischen Depressionen?


Von einer chronischen Depression spricht man dann, wenn die Symptome mindestens zwei Jahre lang andauern.
Depressionen treten oft einmalig oder in Episoden auf. Die Abstände zwischen solchen Episoden können einige Wochen, Monate aber auch einige Jahre andauern.




Ist eine Depressionen heilbar?


Die meisten Depressionen sind zwischenzeitlich sehr gut heilbar. Handelt es sich um eine schwache Depression oder eine kurze depressive Störung, kann mit einer kurzen Psychotherapie das Problem beseitigt werden. Chronische Depressionen kann man auch nach langer Zeit wieder gut in den Griff bekommen. Dazu bedarf es intensiver Therapien und es kann eine Weile dauern, bis man die passende Behandlung für sich gefunden hat. Auch Medikamente können sehr gut helfen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass bei mir die medikamentöse Behandlung nicht zu einem zombiehaften Verhalten geführt hat. Im Gegenteil, sie haben mir das Leben gerettet.




Wie lange dauert eine Depression, bzw. depressive Störungen?


Depressive Störungen oder Episoden dauern in der Regel zwischen vier und acht Wochen an. Trotzdem kann es auch hierbei zu großen Unterschieden kommen. Die Depression kann plötzlich kommen und genauso schnell wieder gehen. In anderen Fällen kommt sie und nistet sich ein.
Wer viele Jahre unter schweren Depressionen gelitten hat und sie nach erfolgreicher Behandlung nicht mehr spürt, sollte sich immer bewusst sein, dass sie bei psychisch belastenden Veränderungen jederzeit wieder auftreten können.




Welchen Arzt soll ich bei einer Depression aufsuchen?


Erste Anlaufstelle sollte immer der Hausarzt sein, der einen zu einem Psychiater überweist. Dieser schaut sich den Zustand an und bespricht weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Psychotherapie oder die Einnahme von Antidepressiva.




Machen Antidepressiva süchtig?


Antidepressiva machen nicht abhängig. Ihre Wirkung kann man meist erst nach mehreren Wochen wahrnehmen. Wer Antidepressiva absetzen möchte, muss sie ausschleichen lassen, das heisst über mehrer Wochen hinweg imer kleinere Dosierungen zu sich nehmen. Tut man das nicht, droht eine Verschlimmerung des eigenen Zustands, viel stärkere Rückkehr der Depressionen und in manchen Fällen kann Lebensgefahr eintreten.




Warum kommt es zu Depressionen während und nach einer Schwangerschaft?


Viele Mütter haben nach der Geburt eines Kindes mit einer depressiven Episode zu kämpfen. Dabei handelt es sich um die sogenannte postpartale Depression. Diese kann mehrere Monate anhalten. Als Grund dafür gelten hormonelle Umstellungen im Körper und die radikale Umstellung der Lebenssituation, durch zum Beispiel weniger Schlaf durch das häufige Aufwachen, Schreien oder Stillen des Neugeborenen. Die gezielte Vergabe von Medikamenten und eine geeignete Psychotherapie gelten in solchen Fällen als geeignete Behandlung.




Hilft Sport gegen Depressionen?


Bewegung ist tatsächlich eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen psychische Verstimmungen und Krisen. Wichtig ist, dass man ihn regelmäßig ausübt. Die Art des Sportes ist unerheblich. Von Wandern bis Boxen ist alles möglich. Ein Sport der an der frischen Luft gemacht werdne kann, ist auf jeden Fall hilfreich. Der Sport sollte auf jeden Fall Spaß machen und nicht zusätzlich belasten.




Muss ich meine Depressionen annehmen?


Muss ich Depressionen, Suizidalität und andere fiese Krankheiten annehmen? Nö! Ich sollte sie ernst nehmen, und ich sollte alles versuchen sie wieder loszuwerden. Akzeptanz ist auf jeden fall gut, um sich des Problems bewusst zu werden. Aber annehmen und sich mit der Krankheit arrangieren ist der falscheste Weg, den man gehen kann. Du gestattest der Depri damit sich endgültig einzunisten. Du hast dich quasi arrangiert. Du schenkst ihr Beachtung und damit reichst Du ihr das Futter, um weiter zu wachsen. Klar, ist schon bequem sich auf der Depri auszuruhen, wenn man sich darüber eine Portion Mitleid holen möchte, weil das die einzige Zuneigung ist, die man noch wahrnehmen kann. Aber jeder weiß, dass sie davon nicht weggehen wird. Schenke den Möglichkeiten Beachtung, die Dir helfen, aus der Krise zu kommen. Warum an all die Unglücklichen denken, die etwas nicht überlebt haben, anstatt diejenigen vor Augen zu haben, die es überstanden haben. Da ist nicht immer nur Glück dabei. Maßgeblich ist Deine Nichtakzeptanz der Krankheit.




Kann jeder seine Depressionen wieder loswerden?


Meine persönliche ansicht dazu ist: Ja, auf jeden Fall. Aus der Depressions- und Suizidalitätskrise raus zu kommen, ist nicht einfach aber es ist möglich. Ich hatte selbst einen Suizidversuch hinter mir, mein Freund hat sich das Leben genommen, ich selbst hatte jahrzehntelang Depressionen und heute bin ich von alldem soweit befreit, dass ich wieder ein normales und glückliches Leben führen kann. Um so weit zu kommen, muss man sein Leben, wenn nötig, komplett ändern und sich von all den Dingen verabschieden, die einen krank machen. Hast Du einen Scheiß Job oder einen mit zu hoher Belastung, dann wechsel ihn. Hast Du eine furchtbare Beziehung, dann schick den Alten oder die Freundin in die Wüste. Bist Du von Menschen umgeben, die Dich fertig machen, dann trenne dich von ihnen. Trenne dich von allem was Dich unglücklich und fertig macht. Das ist möglich - und Dein "das geht aber nicht" ist nur eine Ausrede Deiner Angst. Wer den Mut hat den ersten Schritt zu tun, ist schon halb geheilt. Wer weiterhin sagt, dass es nicht möglich sei kleinere Brötchen zu backen oder alleine zu leben verspürt noch lange keinen genügend großen Leidensdruck oder will es tief in sich nicht ändern, weil bekanntes Leid einfacher zu ertragen ist, als unbekanntes Wohlbefinden.

Aber man muss ehrlich sein und leider auch sagen, dass es Krankheitsverläufe gibt, die kein Entkommen mehr möglich machen. Das gilt vor allem dann, wenn man über viele Jahre hinweg schwerst depressiv ist und keine Behandlung vorgenommen hat. Meine Erfahrungen zeigen zu meinem allergrößten Bedauern, dass es Phasen gibt, in denen man Betroffene nicht mehr erreicht. Deshalb ist es wichtig sofort nach bekannt werden einer Depression die Reißleine zu ziehen und dagegen zu steuern. Dann ist Heilung in den allermeisten Fällen garantiert.





Suizid

Gibt es Warnsignale für einen bevorstehenden Suizid?


Ein Suizid ist nicht wirklich vorhersehbar aber es gibt Anzeichen, die darauf hindeuten können. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass Betroffene suizidale Aussagen bagatellisieren oder sogar verleugnen. Mein Partner sagte immer: "Ach, das habe ich schon seit ich 16 bin und es ist immer gut gegangen". Ein Suizid ist oft auch eine Kurzschlusshandlung, die ohne Vorzeichen plötzlich durchgeführt wird. Anzeichen werden leider nicht immer als ernsthafte Absicht erkannt.
Psychische Anzeichen können sein: langanhaltende Traurigkeit in Verbindung mit fehlenden Zukunftsperspektiven und tiefer Hoffnungslosigkeit langanhaltende depressive Verstimmungen / Krisen aggressives und gereiztes Verhalten in Verbindung mit Wut mangelnde Gesprächsbereitschaft die Idee eines Suizides nimmt Formen an und man distanziert sich immer weniger von der Möglichkeit, dass ... neurotisches Verhalten, evtl. auch Zwangshandlungen Betroffene ziehen sich mehr und mehr aus der Gesellschaft und dem Freundeskreis zurück Zunehmende Schuldgefühle und damit einhergehende Selbstabwertung Betroffene empfinden ihre Innenwelt als Gefängnis und negativ Risikobehaftetes Verhalten, wie z.B. extrem aggressives Autofahren. wir kennen die Frage, ob man lebensmüde sei, dieses oder jenes zu tun. Immer öfter fallen Sätze wie zum Beispiel "Bald seit ihr mich los", "An mich erinnert sich eh keiner", "Ich bin doch eh nichts wert", "ich falle Euch doch ohnehin nur zur Last" usw. Vernachlässigung psychischer und physischer Erscheinung. Betroffene kümmern sich immer weniger um sich selbst. Veränderung der Essgewohnheiten (Gar nichts mehr essen oder Essattacken) extreme Schlaflosigkeit Konzentrationsstörungen und nachlassen beruflicher oder schulischer Leistungen Aufgabe von Hobbies Gefühl des gelähmt seins und den Arsch für nichts mehr hoch zu bekommen Körperliche Symptome wie Magen- oder Kopfschmerzen und dauerhafte Müdigkeit nehmen zu. Lob, Tadel, Komplimente usw. kommen nicht mehr an Freudlosigkeit beim Erhalt von Geschenken Betroffene fangen an Dinge zu verschenken, quasi eine Art von Vererben oder um "aufzuräumen". Abbrechen von Freundschaften ohne Grund extreme Stimmungsschwankungen, insbesondere wenn nach schwerer depressivere Krise ein extremes Hochgefühl auftritt. gesteigertes Interesse an Tod, Jenseits, Gott geringe Frustrationstoleranz hohe Kritikempfindlichkeit belastende Situationen werden subjektiv wesentlich schlimmer empfunden, als sie bei objektiver Betrachtung sind. immer häufiger und drängendere Suizidgedanken Besonders aufhorchen sollte mann, wenn es in der Vergangenheit bereits Suizidversuche oder extremes psychisches Verhalten, wie zum Beispiel Selbstverletzungen etc. gab. es Suizide oder Suizidversuche in der Familie gab. Suchterkrankungen eine Rolle spielen (Alkohol, Drogen, Medikamente, Spielsucht) traumatische Erlebnisse in der Kindheit oder Vergangenheit stattfanden (z.B. Gewalttätige Eltern oder Verlust einer wichtigen Person) finanzielle Sorgen, Scheidung, Umzug, Erfolgsdruck, Gewalterfahrungen vorliegen körperliche Erkrankungen die Lebensqualität stark beeinträchtigen es im Alter zu einer zunehmenden Vereinsamung kommt andere psychische Störungen, wie zum Beispiel Schizophrenie auftreten. Es gibt leider zwei problematische Faktoren im Umgang mit Menschen, die Suizidalität vermuten lassen:

1. Die Weigerung eine Kombination an Symptomen als problematisch und Behandlungswürdig anzuerkennen. 2. Das Umfeld reagiert auf denjenigen, der sich öffentlich Sorgen macht, abwertend und unterstellt, dass man Geister sähe. Wenn Ihr Freunde oder Verwandte habt, von denen ihr glaubt, dass sie suizidal sind, dann bietet ihnen konstant eure Hilfe an, bedrängt sie nicht aber lasst Euch auch nicht abwimmeln. Macht klar, dass ihr Euch Sorgen macht und denkt daran, dass ein Menschenleben wichtiger ist, als das negative Herabwürdigen eurer Person, durch das Umfeld. Sollte es tatsächlich zu einem Suizid kommen, ist es für die eigene psychische Gesundheit wichtig zu wissen, alles erdenkliche getan zu haben. Was wenn Du Recht gehabt hast und nichts unternommen hast, weil Deine Kumpels meinten: "Ach, der oder die wird schon wieder. Alles halb so schlimm"?
Wenn du an Dir selbst einige der aufgelisteten Dinge beobachtest, dann vertraue dich einem Freund an und begib dich in Behandlung. Lieber ein paar Stunden bei einem Psychologen, auch wenn es im Nachgang nichts Ernsthaftes war, als in einem halben Jahr tot zu sein.




Wie kann man nach einem Suizid in der Familie wieder weitermachen? ?


Auch wenn wir nicht genau wissen, wie die große Bewegung funktioniert, in die unser Leben eingebunden ist, denke ich nicht, dass es irgendwo einen Plan gibt, der uns bestraft und selbst wenn es ihn gäbe, könnte er nicht trösten und wäre nicht mehr als eine schreiende Ungerechtigkeit. Leben wir einmal? Leben wir mehrmals? Sind wir über viele Leben hinweg verantwortlich für das was mit uns geschieht? Hat die Seele ihre eigenen Pläne und tut, was sie tun muss? Ist ein langes gesundes Leben ein Geschenk oder eine Strafe, weil wir das Lebensziel noch nicht erreicht haben? Ist der frühe Tod ein Geschenk oder eine Gnade weil wir einen Schritt weiter gekommen sind in der Entwicklung unserer Seele? Vielleicht ja, vielleicht nein, vielleicht alles ganz anders, vielleicht werden wir Menschen es nie verstehen können, weil uns bestimmte Fähigkeiten dazu fehlen. Wir wissen es einfach nicht und müssen deshalb unser Schicksal akzeptieren, wie es ist. Das ist der erste Schritt, um in ein neues Leben zu gelangen, um irgendwie zu gesunden und die schrecklichen Wunden heilen zu lassen.
Frag Dich nicht warum, wieso, weshalb und ob du den Suizid hättest verhindern können. Das hättest du nicht. Und Antworten auf sämtliche W-Fragen wird es ebenfalls nicht geben. Der Suizid ist das letzte Symptom diverser psychischer Erkrankungen. Ich vergleiche das immer mit dem Organversagen bei Krebs. Irgendwann kommt der Geist an einen Punkt, an dem er versagt, nicht mehr kann und auch die Tragweite nicht erfassen kann und erlöst werden will. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen, dass bei meinem Suizidversuch keine Form von freiem Willen vorhanden war. Ich war eine Marionette und konnte nicht unterbrechen, was geschah.
In der Zeit nach dem Suizid besteht neben der Trauer die wichtigste Aufgabe in der Akzeptanz des Todes ohne ihn weiter zu hinterfragen. Er ist einfach nicht verhandelbar. Was passiert, ist passiert. Ohne eine Aussöhnung mit den Geschehnissen wirst Du emotional immer in der Vergangenheit stecken bleiben und Du kommst keinen Schritt weiter. Deine vom Schicksal mißhandelten Emotionen werden Dein Leben schreiben, wenn du nicht selbst die Geschichte neu schreiben kannst. Deshalb musst Du eine neue Beziehung zum Verstorbenen aufbauen. Du musst wieder lernen mit ihm neu zu leben. Neu den Alltag miteinander zu bestreiten, sich trennen und Freiräume schaffen und du musst Dich aussöhnen, bis jeder seinen Weg gehen kann, den ihr trotzdem auch zusammen gehen werdet. Klingt ein wenig abstrakt aber wenn man sich vorstellt, dass der Mensch immer noch da ist, nur eben keinen Körper mehr hat, tun sich völlig neue Möglichkeiten auf.
Sei stark und lass dich nicht in ein emotionales Loch fallen. Das ist schwierig, ich weiß. Du brauchst Freunde, die für Dich da sind. Nimm die Hilfe an, die von Menschen kommt, mit denen Du niemals gerechnet hättest. Fangt gemeinsam die emotional schrecklichen Momente auf.
Das was Du im Moment erlebst wird nicht von heute auf morgen vorbei sehen. Es ist ein Prozess, den Du leider durchstehen musst. Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Selbstaufgabe, nicht wahrhaben wollen und die ewige Frage nach dem Warum. Bei mir war das in den ersten sechs Monaten ganz schlimm und am Morgen wusste ich nicht, ob ich den Tag überleben werde oder will. Es gab kein Morgen mehr und das Jetzt erlebte ich in schrecklichen Alpträumen verpackt, die sich mit Panikanfällen abwechselten. Ein Morgen gab es nicht. Die Aussicht auf ein normales Leben war undenkbar und auch die Möglichkeit mich jemals wieder zu verlieben war geradezu absurd. Dieser Zustand dauerte bei mir drei Jahre lang an, bis ich letztes Jahr vollkommen überraschend und ohne Plan mich wieder verliebte. Hat zwar nicht gehalten aber immerhin, ich kann es wieder. Was ich damit sagen will ist, dass Du Dir Zeit geben musst. Eine neue Partnerschaft ist jetzt erst mal nicht wichtig und die Frage ob man jemals wieder lieben kann ist unwichtig. Du kannst – ganz sicher. Es wird sich nur anders anfühlen. Zuerst musst Du wieder zu Dir finden und einen sicheren Stand im Leben haben. Dieses Leben wird neu sein, weil es ein davor und ein danach gibt und nichts mehr so sein wird, wie es mal war. Du wirst neue Rahmenbedingungen stecken und wirst lernen mit Ängsten umzugehen. Deine schrecklichen Bilder und traurigen Erinnerungen werden ganz langsam weniger werden aber sie werden immer bleiben. Dein Umgang mit ihnen wird sich eines Tages verändern. Das geht einher mit der Akzeptanz und einem neuen Weg der Trauerarbeit, den du für Dich erst mal finden musst. Bei manchen funktioniert das schon nach sechs Monaten ganz gut andere brauchen Jahre dafür. Bei mir hat es drei Jahre gedauert und noch immer gibt es Bereiche, die gehen einfach nicht. Ich kann mir keine Bilder meines Freundes ansehen ohne nicht sofort in Tränen auszubrechen. Jeder von uns ist anders. Auf andere Gedanken zu kommen, die Abwechslung zu suchen funktioniert auch erst mal nicht. Aber wenn Du ein wenig mehr an Kraft gewonnen hast, könnte es Dir helfen einen langersehnten Traum zu verwirklichen oder zusammen mit deiner Frau, Deiner Freundin, Deinem Mann oder Freund im Herzen die Bucket List abzuarbeiten, die diese Menschen für sich selbst erstellt haben. Du könntest das für sie machen und dadurch eine neue Verbindung zwischen Euch schaffen. Mir hat natürlich TREES of MEMORY sehr geholfen. Einen Lebenssinn zu schaffen, verändert ganze Welten, erschafft neue Universen und plötzlich springt man jeden Morgen aus dem Bett, weil es so viel zu tun gibt. Aber auch das wäre nicht vier Wochen nach meines Freundes Tod gegangen. Dafür habe ich ebenfalls Zeit gebraucht. Vor allem benötigte ich die Kraft zum Leben, die mir die Trauer und der Tod raubten. Beides saugte mich aus und ließ mich als leere heulende Hülle ausgelutscht liegen. Es dauert monatelang bis es plötzlich kaum merklich wieder geht aber immerhin ein winziger Zentimeter Wegstrecke vom totgeglaubten Morgen auftaucht, den man vorsichtig ertastend entlang schleicht. Obwohl ich dachte, dass ich nach vier Jahren mit dem Thema einigermaßen durch sei, hat mir das Schreiben meines Buches - #psychisch erkältet - nochmals gezeigt, dass es nach wie vor offene Baustellen gab, die ich mit dem Schreiben zum größten Teil abarbeiten konnte. Es ist wichtig Worte zu finden für das, was einen hindert, stoppt, lähmt oder eben auch voran bringt. Es ist alternativlos die Emotionen benennen zu können, die Handlungen vorantreiben, die nicht gut sind und einen zurück in eine Sackgasse führen. All das zu erkennen ist ein wichtiger Prozess. Schwere und schmerzintensive Arbeit, der sich lohnt. Versuche es mal mit intuitivem Schreiben. Im Internet wirst Du vieles dazu finden. Schreibe für Dich allein. Für keinen anderen, nur für Dich. Es wird Dich gesunden lassen. Schreibe Briefe in die Jenseitswelt.
All das ist ein quälend langsamer Prozess. Wenn man ihn annimmt, dann verringert sich das Leiden von Monat zu Monat ein ganz klein wenig und trotzdem wird es auch immer wieder mal Tage geben, an denen der böse Geist der Vergangenheit aus dem Hinterhalt zuschlägt und für einen kurzen Moment k.o. schlägt. Auch das gehört dazu. Dann setz Dich auf, warte bis der Schwindel vorbei und wanke weiter, bis Du wieder sicher laufen kannst. Achja: und haue jeden der sagte: Krönchen richten und weiter laufen. Kronen auf dem Kopf sind echt hinderlich oder hast du schon mal die Queen mit ihrer fetten Krone reiten oder einkaufen gesehen?
Vergib den Menschen, die dir jetzt mit platten Sprüchen kommen. Wenn man die Erfahrung eines Suizides nicht selbst erlebt hat, kann man es nicht nachvollziehen und nachempfinden. Sie wollen helfen, meinen es gut und sagen das Falsche. Sie sagen, dass sie Dir was Gutes tun wollen und dein Geist schreit sie an: Das kannst Du nicht. ..... Aber doch, sie können. Wenn Sie einfach nur da sind und Dich aushalten und Deine Hand nehmen, dich in den Arm nehmen oder einfach nur zuhören. Du darfst ihnen auch sagen sie sollen einfach den Mund halten und Dich lieber mal zehn Minuten in den Arm nehmen und heulen lassen oder Dir eine Suppe kochen. Da sein und aushalten ist die größte Hilfe aber auch eine schwere Aufgabe vor der viele auch davon laufen und nicht ahnen, was dies mit der Seele des Hinterbliebenen macht. Du hast mit einem Suizid eine unfassbar schwere Aufgabe bekommen:
Du musst wie in einem Escape Room den Weg raus finden.
Du wirst Deine eigenen Lösungen finden, die ohne dazugehörige Fragestellungen auftauchen, oft sehr unkonventionell sind. Niemand muss sie verstehen solange du sie fühlst und zu Deinen Gunsten anwenden kannst. Du wirst Dich Schritt für Schritt weiter bringen. Sei geduldig. Höre auf Deine innere Stimme und folge Deinen Gefühlen. Die Wahrheit und den richtigen Weg kennt nämlich nur einer: Du ganz allen. Der Schmerz gehört dazu. Vielleicht ist es ein wenig wie der Geburtsschmerz, denn am Ende der zeit, wirst Du als neuer Mensch mit Wunden, Narben und Erfahrungen in die Welt schreiten, die Du für Dich erschaffen musst.




Wie kann man suizidalen Personen helfen?


Was kannst Du tun, wenn Du auf einen akut suizidgefährdeten Menschen triffst?
Sprechen ihn direkt und ungeschönt darauf an. Frage: Willst Du Dir das Leben nehmen? Mache das ruhig und sachlich. Du musst keine Angst davor haben, dass Deine Frage den Suizid provozieren könnte.

In aller Regel stellt es für einen suizidgefährdeten Menschen eine Entlastung dar, mit einer anderen Person über die quälenden Gedanken sprechen zu können. Ein kurzes Gespräch darüber reicht aber vielleicht nicht aus. Ist es ein Freund oder eine Freundin von Dir? Dann bleib doch einfach über Nacht. biete an zu bleiben, zu kochen und über alles zu reden.
Mache Dir aber klar, dass Du kein Therapeut bist und diesen nicht ersetzen kann. Deshalb sollte professionelle Hilfe hinzugezogen werden. Deshalb solltest Du den Menschen dabei unterstützen Hilfe zu bekommen. Übernimm die kräftezehrende Arbeit des Abtelefonierens von Therapeuten und schreibe jeden Psychotherapeut im Umkreis von 50 km an. Du kannst Dir auch in den Kliniken Notfallnummern geben lassen. Viele davon findet man auch im Netz.
Es ist wichtig, dass Du auch über einen längeren Zeitraum für den Menschen sorgst. Zeigen Deinem Gegenüber, dass Du für ihn da bist. Übernimm in einer akuten Situation Verantwortung für den anderen. Begleiten ihn oder sie zum Arzt oder in die Klinik. Nachts kann das die psychiatrische Notfallambulanz sein, aber auch der ärztliche Notdienst.
Das Wichtigste bei akuter Suizidalität ist, dass dieses Mensch nicht alleine in der aussichtslos erscheinenden Situation bleiben sollte. Manchmal fühlen diese Menschen Scham- und Schuldgefühle und wollen sich einer anderen Person nicht anzuvertrauen. Versuche dieses Gefühl abzubauen.
Wenn ein Mensch unmittelbar von Suizid bedroht ist und in keiner Weise mehr über ein Gespräch erreichbar ist und nicht bereit ist gemeinsam Hilfe aufzusuchen, so sollte zu seinem Schutz der Notarzt verständigt werden.
Berichte dem Notarzt genau von der Situation und lasse den betroffenen Menschen bis zum Eintreffen des Notarztes nicht allein. Ich erinnere mich an eine Situation, wo ich Menschen anbetteln musste zu helfen und die Polizei zu holen, weil ich mehrfach hintereinander hörte: Aber was, wenn Du nicht recht hast? Niemand und das waren echt so einige haben sich selbst die Frage gestellt, was wenn er recht hat. Diese Leute haben die Furcht sie könnten sich blamieren über das Leben eines anderen gestellt. Das macht mich immer noch sauwütend. Am Ende wurde die Frau gefunden und selbst bei der Polizei musste ich laut werden und auf Trees of memory hinweisen, bis sie nach quälend langen Minuten, die sich wie Stunden anfühlten, endlich einen Streifenwagen schickten. Das Wichtigste ist in einer akuten Notlage Zeit zu gewinnen. Der Wunsch zu sterben ist fast immer nur ein vorübergehender Zustand. Auch bei schwierigen Lebenssituationen kehrt der Lebensmut oft wieder zurück. Und für den Helfer ist es wichtig zu wissen und anzunehmen, dass wenn Du alles getan hast, was in Deiner Macht stand, alles was Du in dem Moment aufgrund deines vorhandenen Wissens tun konntest getan hast und sich die gefährdete Person trotzdem das leben nimmt musst Du wissen, dass du das bestmöglichste getan hast, und nicht wissen konntest, dass das Bestmögliche manchmal nicht reichen wird. Du trägst keine Verantwortung für die Folgen einer Krankheit. vor allem dann, wenn sich die Person nicht helfen lassen wollte.




Ist es möglich, dass man nicht glaubt, dass der Verstorbene wirklich tot ist?


Der Tote kommt zurück, das ist bestimmt nur ein mieser Scherz.... Das habe ich fast 12 Monate lang geglaubt, nachdem sich mein Freund das Leben genommen hatte. Ich war mir sicher, dass es jeden Moment an der Tür klingeln würde oder er im Supermarkt hinter einem Regal hervorspringt und ruft: ätsch - veräppelt. Ich bin damit nicht der Einzige. Sehr viele Hinterbliebene erzählen mir davon. Mir wurde die Beerdigung meines Freundes verwehrt und ich konnte ihn nicht sehen aber auch menschen, die den Angehörigen bestattet haben erzählen mir, dass sie selbst drei Jahre danach noch sicher waren, dass das nur ein böser Scherz war. Jedes Mal wenn es an der Tür geklingelt hat, blieb mir das Herz stehen - irgendwie auch vor Angst. Ich habe monatelang die Nachrichten auf Whats App gelesen, immer wieder hoch und runter gescrollt, weil ich mir sicher war, dass er irgendwann bestimmt wieder online sein würde.




Sind Depressionen und Suizidalität von einander abhängig?


Depression und Suizid sind eng miteinander verbunden. Studien besagen, dass 10 bis 15% aller Patienten mit schweren Depressionen durch Suizid umns Leben kommen. Rund 40% dere Betroffenen, die einen Suizidversuch überlebt haben, werden im Laufe ihres Lebens weitere Suizidversuche unternehmen, weil die Hemmschwelle nach dem ersten Versuch deutlich gesunken ist. Ich kann nur für mich sprechen aber in meinen Gedanken hat ein Suizid tatsächlich an Schrecken verloren, seit ich einen Versuch machte und diesen durch Reanimation überlebt habe. Ängst hätte ich jetzt keine mehr aber ich habe nicht vor, es nochmals soweit kommen zu lassen und ich hoffe sehr, dass mich mein neues Leben davor bewahrt. Zwischen 40% und 70 % aller depressiven Menschen erzählen von suizidalen Gedanken. So hat es auch bei mir angefangen. Lest dazu die Leseprobe "Der Tod als Puppenspiel", hier auf dieser Website. Wenn Euch FReunde von Suizidgedanken berichten ist aller höchste Alarmstufe angesagt. Die gehen NICHT einfach wieder vorbei, sondern werden größer, mächtiger, bedrohlicher, tödlicher! Wenn zusätzlich von Hoffnungslosigkeit und Schuldgefühlen berichtet wird, braucht dieser Mensch dringend Hilfe. Wenn konkrete Pläne geäußert werden ist es eine Minute vor 12! Wenn Du das Gefühl hast, dass jemand Suizidgedanken hat, dann frage sie oder ihn danach und erkläre warum. Wimmelt man Dich ab, bekräftige Deine Unterstützung. Lass den mensch wissen, dass Du für ihn oder sie da bist. Psychischer Schmerz, wie zum Beispiel Selbstverletzung, Ritzen wird dazu genutzt, um psychischen Schmerz zu lindern. Ist aber auch kein Garant dafür, dass es nicht doch noch zum äußersten kommen könnte. Sucht in solchen Fällen das Gepräch mit den Betroffenen. Keine Vorwürfe, keine blöden Sprüche, wie zum Beispiel "das geht vorbei". Nehmt sie ernst, lasst sie erzählen und fragt, wie ihr helfen könnt. Es ist wichtig Suizidgedanken nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Es gilt auch nicht die Aussage, dass wer davon erzählt es ohnehin nicht tut. Das Gegenteil ist oft der Fall.





Fragen für Dein neues Leben

Wie kann man die Achtsamkeit steigern?


Der Schriftsteller Marcel Proust sagte: Die eigentliche Entdeckungsreisen bestehen nicht im Kennenlernen neuer Landstriche, sondern darin, etwas mit anderen Augen zu sehen. " Und genau darum geht es bei der Achtsamkeit. Im Alltag benutzen wir Automatismen, auf die wir nicht achten, wie zum Beispiel Zähne putzen, Schuhe binden oder abspülen. Das ist zwar effizient aber auch mental gesehen, vergeudete Zeit.
Indem du nun solche Handlungen wertfrei und bewusst mit Voller Aufmerksamkeit und achtsam ausführst, kommst du ein Stück zu dir, im gewissen Sinne meditierst Du auch. Im Buddhismus, wird zum Beispiel oft auch schweigend gegessen und die Mönche achten auf den Geschmack, wie sich die Speise im Mund anfühlt oder eben auch wie sie schmeckt.
Die Sinne helfen dabei bewusst im hier und jetzt zu sein. Wie riecht es morgens, wenn Du zur Bahn gehst? Welche Geräusche hörst Du im Park? Wie fühlt es sich der Weg unter Deinen Fußsohlen an.
Es ist nicht nötig das den ganzen Tag zu machen aber einmal am Morgen, Mittag und am Abend ausgeführt, wird Dich achtsames Verhalten Dir selbst näher bringen und den Stress reduzieren.




Wie kann man die mentale Gesundheit mit wenig Aufwand verbessern?


Es sind oftmals die kleinen Schritte, die uns weiter bringen. Große Schritte verpuffen nämlich ziemlich oft im Alltagsstress. Da nimmt man sich vor, jeden Tag zu joggen, zu meditieren oder weniger zu essen und zu rauchen und ehe man sich versieht ist der Tag rum und man hat nichts gemacht.
Wie wäre es, mit einfach mal ein zwei Minuten lang zur Ruhe zu kommen. Das ist hoch effektiv.
Setzt Dich hin, schließe die Augen und zähle von 20 an rückwärts auf null. Bei jeder Zahl einatmen und ausatmen. Du wirst sehen, dass es Dir gut tun wird. Schon das rückwärts zählen macht etwas mit Dir. Wenn Du von 1 auf 20 zählst puscht Dich das. Das ist wie "Auf die Plätze fertig los". Von 20 auf 0 fährt Deinen Geist runter. Danach bleib einfach noch einen Moment lang sitzen. Das kannst Du mehrfach am Tag machen, auch bevor Du schlafen gehen willst.




Wie kann die Benutzung einer wertschätzenden Sprache mir selbst etwas Gutes tun?


Unsere Gedanken und unsere Sprache sind sehr eng miteinander verbunden. Wer einen Gewittersturm im Kopf toben hat, wird sich selbst nicht liebevoll begegnen und anderen erst recht nicht. Ich kenne das gut. Mitunter geht mein Temperament auch mit mir durch, wenn ich zornig bin und dann haue ich Dinge raus, die nicht immer von Vorteil sind. In so einem Fall sollte man erst mal nicht reagieren und einen Tag warten. Dann schaut die Welt meist anders aus. Aber ich gestehe, auch das gelingt mir nicht immer. Befinde ich mich jedoch in einer schönen Situation und geht es mir gut, unterhalte ich mich achtsam und wertschätzend mit dem Gegenüber. Das erzeugt nicht nur für den Moment eine gute Atmosphäre, sondern man bleibt dem Gesprächspartner auch dauerhaft in guter Erinnerung. Wenn Du Deine Sprache liebevoller verwenden möchtest, versuche im Gespräch jede Form von "sollen und müssen zu vermeiden. Ersetze sie durch "wollen, können oder dürfen". Im Internet finden sich ganze Listen von positiven Wörtern und negativen Wörtern. Wenn du Deine Sprache freundlich aufbaust und besetzt, werden positive Gefühle entstehen. Bei Dir, als auch beim Gegenüber. Manchmal denken wir nicht darüber nach was wir sagen und wie wir es sagen. Schon ein "Nein, da widerspreche ich Dir" kann beim Gegenüber zu Aggressionen führen. Habe ich eben erst erlebt. Wenn Du den Gesprächspartner aber nicht mit einem "Nein" ansprichst, sondern ein neutral formuliertest "ich habe die Erfahrung gemacht, dass und deshalb dürfen wir.... " dann passt das Gesagte zu Deinem freundlichen Gesicht und schwingt positiv nach. Versuche es einfach mal und Du wirst feststellen, wie Deine Sprache auch auf Deinen Geist positiv einwirken wird.




Wie kann man die Lebensführung vereinfachen?


Vermutlich gibt es Unmengen an Literatur, die sich diesem Thema widmet. Die einen sprechen von Listen, die anderen von klaren Strukturen und die anderen von 5-minütigen Spaßpausen dazwischen.
Mag alles helfen aber ich halte nicht viel davon. Dein Leben vereinfacht sich nur dann, wenn du bereit bist alles Unnötige loszulassen. Wenn Du Dir eingestehst, dass es belastende Arbeiten, Situationen und Menschen gibt, die Dich stressen und die Du ohne, einen wirklichen Verlust zu erfahren gehen lassen kannst. Der Alltag wird leichter, wenn du nicht mehr dem Haben hinterher rennst, sondern Dich auf Dein Sein konzentrierst. Vereinfachung beginnt im Kopf, wenn Du dem Bauchgefühl folgst. Fühlt sich etwas schwer an, dann lass es sein. Fühlt es sich leicht an, dann tu es. Folge ausschließlich Deinem Bauch ungeachtet der Argumente dafür oder dagegen. Du glaubst mir nicht? Versuche es eine Woche lang. Jede Handlung, jede Entscheidung, selbst beim Einkaufen... Nimm oder tu nur das, was sich leicht anfühlt. Grummelt es im Bauch, dann lass es.




Kennst Du Deine Sehnsüchte und Bedürfnisse?


Der griechische Philosoph Demokrit sagte: Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause.
Wenn er nicht recht hätte, wären alle Schönen, Reichen und Berühmten die glücklichsten Menschen der Welt. Doch auch sie werden von Depressionen, Suizidgedanken und Zweifeln geplagt, wie viele von uns auch.
Weißt Du, was Deiner Seele gut tut? Kennst Du Deine wirklichen Bedürfnisse und Sehnsüchte? Um diese Frage zu beantworten, frage Dich ob Deine Wünsche von Angst oder Vergnügen beflügelt sind.
Gehst Du zum Sport in den Verein, weil es Dir Spaß macht oder weil Dich zum Beispiel die Eltern dazu zwingen? Machst Du Deinen Job, weil Du Angst hast sonst auf der Straße zu hocken oder weil Du richtig viel Spaß dabei hast?

Überprüfe ob Deine Ziele wirklich Deinem innersten und ungeschönten Selbst entsprechen. Nicht daran denken wie du sein willst, sondern lass zu, wie Du wirklich bist.
Wer bist du wirklich?




Können Vorbilder dir etwas Gutes tun?


"Vorbild zu sein bedeutet nicht, der Beste zu sein. Es bedeutet, das Beste aus den Leuten zu machen", und weiter sagt der Zitatgeber David Tatuljan, dass Menschen, die keine Vorbilder haben, nie zu einem Vorbild werden können. Menschen, die keine Werte haben, werden nie Jemand sein. Menschen, die sich nicht für andere einsetzen, stehen zum Schluss alleine da. Menschen, die keinen Glauben haben, gehen am Zweifel unter. Menschen, die keinen Respekt geben, werden nie geachtet sein. Alles, was Du in Deinen Vorbildern siehst, steckt auch in Dir. Mal mehr, mal weniger und ja, manchmal auch so ganz und gar nicht, wenn man sich Shows, wie DSDS anschaut. Ob nun mit viel oder wenig Talent gesegnet, sich jemanden zum Vorbild nehmen macht etwas mit uns. Es macht etwas aus Dir. Es ist ein Weg, Inspiration für das eigene Leben zu erfahren. Vorbilder können dabei helfen, das eigene Potenzial, Schritt für Schritt zu entfalten. Oder sie helfen dabei, ganz neue Leistungsfelder in Dir zu entdecken und zu fördern. Dir ist doch auch klar, dass wir in einer Welt der Gegensätze leben, die nicht ohne einander sein können. Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Dort, wo es die größten Sänger gibt, sind auch diejenigen nicht weit, die niemals einen richtigen Ton treffen können. Sexy Stimme hin oder her. Hast Du schon mal darüber nachgedacht, dass vielleicht das Gegenteil Deines Wunsches perfekt zu Dir passt?
Vielleicht kannst Du nicht singen aber womöglich hast Du Talent zum Song Writing. Möglicherweise fehlt dir der lange Atem, um einen Roman zu schreiben aber in Dir steckt ein begnadeter Kurzgeschichten-Erzähler. Hast Du schon mal die positiven Eigenschaften Deines Vorbildes aufgeschrieben? Mach mal, denn das wird Dir viel über Dich selbst erzählen! Ein Vorbild kann Dir auch zeigen, wo der Weg für Dich nicht lang geht.
Aber ein Vorbild ist oft ein moralisch wertvoller Gradmesser. Wie willst Du sein? Was soll aus Dir werden? Welche Botschaft kannst Du vermitteln?
Ein Vorbild ist meist der lebende Beweis dafür, dass Du beharrlich an Dich selbst glauben solltest. Folge Deinen Sehnsüchten, stelle Deine Träume in Frage und träume sie neu, anders und betrachte sie aus wechselnden Perspektiven. Passe Dein Ich der Realität des Momentes an. Sei wie Du bist im hier und jetzt. Sich zu verstellen und so tun als ob, klappt auf Dauer nicht und wird Dir enormen Schaden zufügen. Geh einfach Deinen Weg und eines Tages sagt vielleicht ein Kind: Ich will so werden wie Du.
Sei einfach Du selbst. Sei ein Vorbild.




Kann ein Lebenssinn helfen ein besseres, glückliches und erfülltes Leben zu führen?


Walter Kohl hat mir den Tipp gegeben, mir das Buch von Victor Frankel "Ja sagen zum Leben " durchzulesen. Ich kannte das gar nicht. Frankel ist ein bedeutender Psychologe, Jude und Überlebender der schrecklichsten KZs, die es gab. Er schrieb damals auf, was er beobachtet hatte und stellte fest, dass eigentlich nur die Menschen überlebt haben, die wirkliche Hoffnung hatten. Ganz gleich was passiert ist, diese Menschen hatten die Hoffnung nie aufgegeben, Ihre Familien wieder zu sehen, zurück in Ihre Häuser zu können und wenn der Krieg vorbei wäre, einfach neu zu beginnen. Die Hoffnung allein wurde zum Sinn des Lebens oder besser gesagt, zum Sinn der Überlebens. Und dann wurden Sie befreit und stellten fest, dass nichts mehr so ist, wie es war. Alle Familienmitglieder waren ermordet, kein Land der Welt wollte sie aufnehmen, die Deutschen immer noch Nazis und nichts mehr da von ihrem Hab und Gut. Alles Sinn war plötzlich weg. Das haben viele ehemalige KZ Häftlinge nicht mehr überlebt. Andere sagten sich, dass niemand umsonst ermordet sein sollte. Es muss jemand geben, der die Familie neu gründet, weiter leben lässt und wieder dem Vergessen das Leben lebt und mahnt. Viele von diesem Menschen sind nicht mehr am Leben. Aber denen die es sind, sollten wir alle zuhören. Das GRauen was sie gesehen und erfahren haben, können wir uns nicht vorstellen. Von diesen Menschen können wir wirklich lernen. Frankel wurde zum Begründer der Existenzanalyse und hat einige Bücher geschrieben. Er sagt, dass es einen sehr großen psychohygienischen Vorteil hat, einen Sinn im Leben zu haben. Etwas wofür man brennt und etwas für das es sich lohnt jeden Tag aufzustehen und weiter zu machen. Ich habe das mittlerweile am eigenen Leib erfahren. TREES of MEMORY hat mir einen Sinn im Leben gegeben, wie ich ihn noch nie zuvor hatte. Einen für den es sich zu kämpfen lohnt. Einen Sinn, der lange nach meiner Zeit noch da sein wird und wenn es nur die Bäume sind, die hunderte Jahre lang stehen und davon zeugen, was wir alle angeschoben und hoffentlich erreicht haben. Einen Lebenssinn zu entwickeln und zu haben, sollte in der Schule gelernt werden. Einen Sinn zu haben bedeutet auch glücklich zu sein. Es ist ein ganz anderes Glück, als das kurzweile in Form von viel Geld, gutem Essen oder einem tollen Urlaub. Es macht was mit dir, tief in Deinem Inneren. Er bewahrt Dich davor krank zu werden. Er hilft Dir täglich über Dich hinauszuwachsen. Das ist es, was ich jeden Tag spüre.




Wie finde ich den Sinn des Lebens?


Wir wissen nicht in welch große Bewegung unser aller Leben eingebunden ist und welcher große Sinn hinter dem Universum steht, ob es Gott wirklich gibt oder ob wir kosmische Nachbarn haben. Auf diese Frage werden wir keine Antworten bekommen, solange uns die Aliens nicht besuchen. Trotzdem ist die Suche nach einem persönlichen Sinn im Leben wichtig und der maßgebliche Baustein für ein glückliches Leben. Manchmal stolpert man über ein Thema und spürt sofort: Das ist meines, das möchte ich machen. Das passiert leider nicht jedem. Darauf zu warten, dass sich ein persönlicher Sinn zeigt, kann daher krank machen. Doch Du allein hast es in der Hand. Gestalte Deinen Lebenssinn in Anlehnung nach Deinen Sehnsüchten udn Bedürfnissen. Tauchlehrer zu werden, blaue Pudel zu züchten, das größte Haus der Welt bauen, das Bernsteinzimmer suchen oder eine Obdachlosienunterkunft zu gründen und zu managen, alles ist möglich und legitim. Wenn Dein Sinn ein klein wenig größer als Dein eigenes Leben ist und vielleicht sogar andere Menschen unterstützt, dann bleibt vielleicht noch etwas lange über Dein Leben hinaus bestehen. Der Sinn des Lebens ist tatsächlich, Deinen eigenen Sinn zu schaffen. Ob groß oder klein ist unerheblich. Er muss Dich glücklich machen und sonst niemanden!




Woran erkennst Du, dass Du reich beschenkt wurdest?


Laotse sagte, dass ein reicher Mensch derjenige ist, der weiß, dass er genug hat.
Wovon hast Du genug? Ist es Geld, ist es Wohnraum, ist es Urlaub, zu essen oder zu trinken? Hast Du genügend Freizeit oder Mitarbeiter? Genügend Zeit zu Reisen? Genug Ruhe? Genug Wissen? Genügend Unabhängigkeit?

Du siehst, es gibt eine ganze Liste, dessen was man genug haben kann oder eben auch dessen, wovon man nie genügend hat.
Nun, nach meinen Suizidversuch und allem, was danach kam habe ich gemerkt, dass mir materielle Güter keinen weiteren Reichtum beschert hätten, bzw. kein Geld der Welt meine Situation verbessert hätte. Was mein Leben dann tatsächlich bereichert hat, waren immaterielle Güter, wie zum Beispiel meine Erfahrungen. Zwischenzeitlich habe ich viele Tausend Menschen auf meinen Wanderungen durch Deutschland getroffen und mir schien so, dass diejenigen, die am meisten hatten am unglücklichsten waren und diejenigen, die eher wenig hatten gerne bereit waren zu teilen und das gemeinsam Erlebte und Erfahrene, sie ein kleines Stück glücklicher gemacht hat. Ich habe auf meinen Reisen in Afrika schon als 20Jähriger erfahren, dass täglich ein voller Teller Essen, ein wirklicher Luxus ist. Nach monatelangem Klinikaufenthalt wegen meiner Depressionen weiß ich es sehr zu schätzen, dass ich mittlerweile gesund bin. Zum Reichtum sind die vielen tollen Menschen geworden, die ich durch mein Projekt TREES of MEMORY kennengelernt habe und die mich jeden Tag mit Ihren liebevollen Botschaften unterstützen.
Wenn ich auf meiner Wanderung durch Deutschland in meiner Hängematte liege und den Sternenhimmel beobachte, fühle ich mich als der glücklichste Mensch der Welt, weil ich dankbar bin einfach überlebt zu haben und einen neuen Lebenssinn gefunden zu haben. Überhaupt, wenn ich ein Teil der Natur bin und tagelang durch Wälder und großartige Landschaften laufe, gibt es kein größeres Glück.
Getoppt wird das nur noch von manchen Gedanken in der Meditation, die mir durch Einsicht oder Wissen einen tiefen Frieden schenken und mich einfach lächeln lassen.
Das alles hatte ich vor meinem Suizidversuch nicht. Das einzige was mir noch fehlt ist die einzige Person mit der ich alles teilen würde.... aber kommt Zeit, kommt Liebe. Geduldig sein zu können wurde für mich ebenfalls zu einem kleinen Schatzkästchen, das mich immer wieder beschenkt und belohnt. Das war früher auch anders. Welche Gründe gibt es in Deinem Leben, dass Du Dich reich beschenkt fühlst? Schon mal drüber nachgedacht?




Wie kannKunst Deine Seele spiegeln und Dir guttun?


Kunst ist nicht nur ein Spiegel des Lebens, sondern auch ein Abbild unserer Seele und weitaus mehr, als nur ein profanes Bild, ein einfacher Song oder irgendeine Skulptur. Während meines sechsmonatigen Krankenhausaufenthalts hat mir die Kunsttherapie sehr viel geholfen. Auch direkt nach dem Tod meines Partners habe ich bis zur körperlichen Erschöpfung oft über 10 Stunden hinweg an zwei auf ein Meter großen Bildern auf Holzplatten gemalt, ohne zu wissen was ich wirklich tue. Ich habe einfach rausgelassen, was in mir steckte und war meist selbst überrascht vom Ergebnis. Danach ging es mir immer wesentlich besser.
Für mich habe ich das Malen entdeckt.
Ich habe auch schon mal einen Song geschrieben aber wenn ich nicht selbst singen und komponieren kann und niemand das singen will, was ich fühle, ist es für mich zu frustrierend. Aber ich weiß, dass die Sängerin Kovac genau die Richtige dafür wäre.
Es kommt nicht darauf an, ob man wirklich malen kann oder ein begnadeter Texter oder Bildhauer ist. Das wichtige ist, dass Du all Deine Emotionen in das was Du tust legst und Dich davon überraschen lässt was kommt. Wenn Du dabei ein wenig Anleitung brauchst, dann schau Dir YouTube Tutorials an, die zeigen, wie man malt oder komponiert oder was auch immer. Es ist auch nicht schlimm, wenn Du ewig brauchst bis es fertig ist. Ich hänge auch schon seit Wochen an einem Bild und komme nicht weiter. Aber auch das hat mit den Gefühlen zu tun, die sich entwickeln, verändern und plötzlich ganz anders raus wollen.
Auch wenn es komisch und unglaublich klingt aber, wenn Du Dich hinsetzt und einfach machst, wirst Du sehen, wie sich etwas gestaltet. Wichtig ist nur, dass Du Dich selbst nicht bewertest. Es ist nicht gut oder schlecht. Es ist einfach, was es ist!
Wenn du Dein Herz öffnest, so dass die Botschaft des Kunstwerkes rauskommen kann oder im Falle fremder Kunst, Dich berühren kann, wird Dich das für Dein Leben inspirieren. Es wird dazu beitragen, dass Du Emotionen loslassen kannst und sie gleichzeitig in Deiner Kunst bewahrst.




Wie erkennst Du gute Gelegenheiten?


Der griechische Redner Demosthenes sagte rund 400 Jahre vor Christus, dass der Ausgangspunkt für die großartigsten Unternehmungen in kaum wahrnehmbaren Gelegenheiten liegt.
Ein wesentlicher Ansatzpunkt innerhalb der Achtsamkeit für sich selbst, ist die Fähigkeit zu erkennen, wenn das Leben plötzlich eine Idee oder eine Aufgabe offenbart. Das kommt nicht mit der Post und das Universum schreibt einen Brief: "Lieber Herr Mario, bitte machen sie dieses und jenes morgen und finde dich um 14 Uhr sonstwo ein".
Nein, wenn plötzlich so ein kleiner, für mich immer emotionaler Tipp auftaucht, den ich leider auch nicht immer erkenne, dann spüre ich es. Meine Intuition schreit auf und ich bekomme sofort ein positives Bauchgrummeln. Wenn das geschieht, weiß ich, dass irgendwas geschieht. Das ich nochmals hinschauen oder hinhören sollte. Dann fühle ich, dass die Idee, die ich eben hatte goldrichtig ist. Ich überprüfe es dann nochmals und frage mich, ob es sich leicht oder schwer anfühlt. Fühlt es sich leicht an ist alles gut und ich kann es machen.
Bisher lag ich damit immer richtig. Manchmal gibt es Argumente, die dagegen sprechen aber unser aller Verstand ist limitiert. Das was gut für uns sein soll, ist noch lange nicht perfekt für unsere Seele und damit unsere Gesundheit.
Es gibt eine Verbindung zwischen Hirn, Herz und Bauchgefühl. Diese Verbindung ist meist verloren gegangen, weil wir nur noch auf den Verstand hören. Du kannst die Intuition jederzeit wieder erlernen. Frag Dich einfach bei jeder Entscheidung, ob es sich leicht oder schwer anfühlt und höre konsequent auf die Stimme aus dem Bauch. Versuche es einfach mal ein paar Tage am Stück. Egal ob Du einkaufen gehst, einen Kinofilm aussuchst oder den Vertrag für eine Wohnung unterschreibst. Wie fühlt es sich an? Leicht oder schwer?




Wie kannst Du Deine Kreativität im Alltag entfalten?


Jeder Mensch ist ein kreatives Wesen. Wir alle sind in der Lage schöpferisch tätig zu sein und vollkommen neues entstehen zu lassen. Jeder hatte schon mal eine neue und originelle Idee. Viele fragen sich, warum gibt es eigentlich nicht dieses oder jenes? Menschen machen gute oder schlechte Erfahrungen, werden Opfer eines Schicksalsschlag und aus der Kraft ihres Selbst entwickeln sie etwas vollkommen Neues. So war da auch bei mir, als ich das Projekt TREES of MEMORY ins Leben gerufen habe. Kreativ zu sein bedeutet nicht immer die Welt neu erschaffen zu wollen. Das geht auch im Kleinen, zum Beispiel beim kochen oder backen. Beim schreiben von Texten und Geschichten, in der Gartengestaltung, beim musizieren, philosophieren, malen, backen und unzählig anderen kreativen Prozessen. Deine Kreativität wird immer dann explodieren, wenn Du etwas findest, das Dir enorm viel Spaß macht. Aber auch Dinge, die Dich nerven, können zum Auslöser für Kreativität sein. Lass Dir niemals sagen, dass dieses und jenes nicht funktionieren würde. Weil irgendwann ist immer einer gekommen, der es einfach gemacht hat. Teste einfach selbst, was geht und was nicht geht. Gehe über Deine Grenzen. Misserfolge sind kleine Schritte hin zum Erfolg. Daraus lernt man. Die Deutschen denken ja immer, dass das Scheitern was sehr Schlimmes sei. Dabei haben Menschen, die noch nie gescheitert sind, ihre Grenzen niemals überschritten. Scheitern macht klug, bringt Dich weiter und lässt neue Ideen entstehen. Wenn Du anfängst Deine Kreativität auszuprobieren, wirst Du Dich wieder mit Deiner inneren Schöpferkraft und mit Deiner persönlichen und einzigartigen Genialität verbinden. Jeder von uns ist Einzigartig, auch Du. Deshalb kannst Du immer wieder, wenn Du es willst, etwas noch nie Dagewesenes entstehen lassen.




Wie kannst Du Deine Kreativität im Alltag entfalten?


Jeder Mensch ist ein kreatives Wesen. Wir alle sind in der Lage schöpferisch tätig zu sein und vollkommen neues entstehen zu lassen. Jeder hatte schon mal eine neue und originelle Idee. Viele fragen sich, warum gibt es eigentlich nicht dieses oder jenes? Menschen machen gute oder schlechte Erfahrungen, werden Opfer eines Schicksalsschlag und aus der Kraft ihres Selbst entwickeln sie etwas vollkommen Neues. So war da auch bei mir, als ich das Projekt TREES of MEMORY ins Leben gerufen habe. Kreativ zu sein bedeutet nicht immer die Welt neu erschaffen zu wollen. Das geht auch im Kleinen, zum Beispiel beim kochen oder backen. Beim schreiben von Texten und Geschichten, in der Gartengestaltung, beim musizieren, philosophieren, malen, backen und unzählig anderen kreativen Prozessen. Deine Kreativität wird immer dann explodieren, wenn Du etwas findest, das Dir enorm viel Spaß macht. Aber auch Dinge, die Dich nerven, können zum Auslöser für Kreativität sein. Lass Dir niemals sagen, dass dieses und jenes nicht funktionieren würde. Weil irgendwann ist immer einer gekommen, der es einfach gemacht hat. Teste einfach selbst, was geht und was nicht geht. Gehe über Deine Grenzen. Misserfolge sind kleine Schritte hin zum Erfolg. Daraus lernt man. Die Deutschen denken ja immer, dass das Scheitern was sehr Schlimmes sei. Dabei haben Menschen, die noch nie gescheitert sind, ihre Grenzen niemals überschritten. Scheitern macht klug, bringt Dich weiter und lässt neue Ideen entstehen. Wenn Du anfängst Deine Kreativität auszuprobieren, wirst Du Dich wieder mit Deiner inneren Schöpferkraft und mit Deiner persönlichen und einzigartigen Genialität verbinden. Jeder von uns ist Einzigartig, auch Du. Deshalb kannst Du immer wieder, wenn Du es willst, etwas noch nie Dagewesenes entstehen lassen.




Woran erkenne ich, dass ich etwas Besonderes bin?


Du bist etwas besonderes, weil Dich gibt es nur ein einziges Mal auf der Welt. Selbst Zwillinge unterscheiden sich in ihrem Denken, in ihrem Charakter und all dem, was sie als Mensch ausmachen.
Entdecke Deine eigene Individualität, indem Du Deine Talente erforschst, Dich ausprobierst oder einfach auch mal Dinge versuchst von denen Du glaubst, Du kannst sie nicht. Ich hätte im Leben nicht daran gedacht, dass ich mal TV Journalist werden würde, so wie meine Noten in der Schule waren. Ein Zufall wollte es, dass ich in einem TV Sender landete und plötzlich ein Talent entdeckte, von dem ich nicht wusste, dass ich es in mir trage.
Studiere Dich selbst, entdecke neue Details an Dir, die Dich von anderen unterscheiden. Renn nicht dem Einheitslook hinterher und versuch nicht so zu sein, wie alle anderen sind. Das wird Dich krank machen, weil niemand wird je so sein wie alle anderen und es gibt immer jemanden, der noch besser ist.
Die Besinnung auf Dich selbst und die Anerkennung dessen, was Du bist, wie Du ausschaust, was Du kannst und was Du nicht kannst, macht Dich besonders. Ralph Waldo Emerson, ein amerikanischer Dichter und Philosoph sagte mal, dass das was hinter uns und vor uns liegt, nichts verglichen mit dem ist, was in uns liegt. Wenn Du wüsstest welche unglaublichen Überraschungen in der Stille Deiner Selbst verborgen sind und nur darauf warten ans Licht geholt zu werden. Am besten Du fängst noch heute an, nach Dir selbst zu graben.




Wie kannst Du Dich bewusst entscheiden?


So simpel und unbefriedigend die Antwort auch sein mag: Indem Du es einfach tust. Jede getroffene Entscheidung lässt Deinen Lebensweg in eine andere Richtung verlaufen. Eine Entscheidung, egal ob groß oder klein, setzt Energien frei. Sie halten das leben im Fluss, wie man so schön sagt.
Wenn Du eine Entscheidung aufschiebst, dann stehst Du an einer Kreuzung und kommst nicht weiter. Du blockierst Dich selbst. Wenn es blöd läuft, kommt eine Sturmflut und zerstört die Straße hinter der Kreuzung und die Chance ist vertan. Deshalb ist es wichtig, die Lebensenergie am laufen zu halten und das gelingt auch dadurch, dass Entscheidungen bewusst getroffen werden.
Das ermöglich Dir nämlich auch, dass Du hinter den Entscheidungen stehst, dass sich ein gutes Gefühl aufbaut und Du mit Leichtigkeit weitergehen kannst. Entscheidungen die voller Unbehagen und unbewusst, also schluderig und einfach so getroffen worden sind, belasten Dich, machen Dich krank und stellen sich alsbald als Fehlentscheidungen heraus.
Dein Unterbewusstsein wird Dich bei allen achtsam getroffenen Entscheidungen unterstützen. Ja, Du kannst Dich sogar für gute Laune entscheiden, anstatt andere mit Deiner schlechten Laune zu belasten und dadurch schlechte Energien und Atmosphären zu erzeugen.
Wenn Du Dich nicht entscheiden kannst, weil jede Option gleich gut oder gleich schlecht ist, dann höre auf Deine Intuition. Höre auf Dein Gefühl. Welche Möglichkeit fühlt sich leicht an und welche schwer? Folge immer der Leichtigkeit. Fühlt sich beides gleich leicht oder schwer an, ist jede Möglichkeit gleich vorteilhaft oder eben auch gleich schlecht, dann wirf einfach eine Münze und lass das Schicksal entscheiden. Ich trug früher immer einen Würfel in der Hosentasche und die Sechs entschied über die Wege die ich gegangen bin.




Wie kann ich mir die tägliche Dosis Glück erschaffen?


Auch, wenn ich an das große Glück denke, dann habe ich meist das Bild von der Million im Lotto oder einer Liebeshochzeit mit dem Richtigen vor Augen. Aber sind wir mal ehrlich. Konzentriere ich mich darauf, werde ich wohl in wenigen Wochen todunglücklich sein. Leider machen das viele von uns. Wir hoffen auf das große Glück und übersehen die vielen täglichen Glücksmomente, die dafür sorgen, dass wir auch durch schlechte Tage einigermaßen gut kommen.

Für mich sind solche Glücksmomente, wenn ich abends in meiner Hängematte liege und in den Sternenhimmel schaue. Auch wenn mein Hund Tyrion tiefenentspannt auf dem Rücken im Gras liegt und vor sich hin träumt, wird daraus ein Glücksmoment, weil ich spüre, wie sehr er mir vertraut und wie gut es ihm auf unserer Wanderschaft geht. Ganz klar ist auch die Kugel Eis ein Glücksmoment, den ich gerne in der prallen Sonne genieße. Im Gras zu sitzen, und einen Marienkäfer zu beobachten, wie er über meinen Arm läuft empfinde ich ebenfalls als Glücksmoment. Glücksmomente sind für mich auch die vielen Begegnungen mit den Menschen, die mir von ihrem Schicksal erzählen und mich Anteil an ihrem Leben haben lassen. Und obwohl der Anlass ein trauriger ist, ist jede einzelne Baumpflanzung für Trees of Memory ein großer Glücksmoment. Ich könnte noch eine ganze Reihe dessen aufzählen.

Wichtig ist mir an dieser Stelle jedoch zu sagen, dass man sich Glücksmomente schaffen kann. Du bist nicht dazu gezwungen, unglücklich auf der Couch zu sitzen oder während eines stressigen Tages, glücklos vor Dich hin zu ackern. Du könntest Dir zum Beispiel drei Minuten Pause gönnen und Dir mit geschlossenen Augen Dein Lieblingslied anhören. Du kannst Dir ein sündhaft teures Stück Schokolade auf der Zunge schmelzen lassen und Dich für einige Minuten dem Geschmack hingeben. Wenn ich duftende Blumen in einer Vase habe und laufe daran vorbei, stecke ich immer wieder meine Nase in den Strauß, weil es einfach so toll riecht. Wenn ich verliebt bin, denke ich an eine tolle Situation mit dem Partner und wenn ich mir was richtig Gutes tun muss, dann koche ich mir einfach was Leckeres. Ein kleiner Glücksmoment ist es auch, einem Obdachlosen ungefragt einen Euro zu geben, weil das Lächeln wirklich mein Herz erwärmt.

Schreib Dir doch auf Karten einen kleinen Glücksmoment, den Du ganz leicht selbst schaffen kannst. Wann immer Du denkst, dass Du jetzt mal wieder ein wenig Glück gebrauchen könntest, ziehe eine Karte und verschaffe Dir selbst den kleinen Glückskick, indem Du umsetzt, was da steht. Du bist nicht nur der Schmied Deines Lebens, sondern auch Deines eigenen Glücks.




Macht es Sinn, sich selbst zu beschenken?


Ein Französischer Schriftsteller sagte mal im 16ten Jahrhundert, dass das größte Geschenk die Fähigkeit sei, den wahren Wert der Dinge zu erkennen. Steckt der Wert wirklich im Preis oder in der Motivation, mit der ich mir selbst ein Geschenk mache? Vor drei Jahren habe ich mir meine Outdoor-Armbanduhr für 114 Euro zum Geburtstag gekauft. Mehr Geld hatte ich nicht. Seit dem begleitet sie mich Tag und Nacht, funktioniert tadellos und schaut trotz meines Outdoor-Lebens immer noch aus, wie neu. Und das ist es, was mich an diesem Geschenk am meisten freut. Dieses Gefühl etwas zu haben, was mich nicht im Stich lässt und mich drei Jahre später immer noch freut. Eine Rolex am Handgelenk würde mir nur Sorgen bereiten. 30 000 Euro und einen Kratzer drin? Oder auf dem nächsten Campingplatz die Uhr in der Dusche liegen lassen? Die Motivation hinter dem Kauf war nur zu einem sehr kleinen Teil meinm Geburtstag gschuldet. Überwiegt hat der Grund, dass ich mir selbst etwas Gutes tun wollte. Und das ist etwas, was wir alle uns jeden Tag geben sollten. Auch ich. Sich etwas Gutes tun muss nicht mit einem Kauf einher gehen. Einfach mal eine Stunde länger schlafen, ein großes Frühstück zusammen mit dem Partner oder sich auf dem Weg zur Arbeit eine Rasur beim Friseur zu gönnen, kann ein schönes Geschenk sein. Für mich auf meiner Wanderschaft besteht ein Geschenk auch nur einfach mal darin, mich hinzusetzen und ein kühles Weizenbier zu trinken. Oder mir die Freiheit zu nehmen, auf eine herzliche Einladung zu Reagieren und diese anzunehmen, auch wenn es meinen Plan durcheinander bringt. Ich kann mich auch darin beschenken, einfach nicht zu laufen und stattdessen ein gutes Buch zu lesen. Egal was Dir in den Sinn kommt, ob groß oder klein, teuer oder umsonst, einfach oder speziell, aufwändig oder ganz easy, Du darfst Dir alles schenken, wonach Dir der Sinn steht und Du solltest es auch tun, einmal am Tag. Warum? Weil Du es Dir wert sein darfst. Wer unter Depressionen leidet, empfindet sich oftmals als wertlos, weil er oder sie den eigenen Wert an der Rückmeldung, die von anderen kommt festmacht. Doch diese Anderen kennen Deinen Wert gar nicht, weil sie nie in Deinen Schuhen gelaufen sind. Du weißt für Dich jedoch sehr gut, was Du alles geschafft und überstanden hast und wie gut Du das alles meisterst. Deshalb solltest Du Dich selbst beschenken und Dir, wann immer es möglich ist, eine kleine Freude machen.




Wie erkennst Du ein Talent?


Was fällt mir leicht, was macht mir Freude, wie erkenne ich ein Talent?
Als ich mit Trees of Memory angefangen hatte und die ersten Reden anlässlich einer Baumpflanzung gehalten habe, sagte mal jemand, dass ich bestimmt auch Talent hätte, Trauerreden zu schreiben und zu halten. Damals fand ich das absurd und wollte mich gar nicht darauf einlassen, weil ich nicht noch ein zusätzliches Trauerthema haben wollte. Aber der Gedanke setzte sich fest und eines Tages habe ich es doch ausprobiert. Zwischenzeitlich wurde daraus mein Winterberuf, der mir viel Freude macht. Als ich 2006 eine Weiterbildung zum Online-Redakteur an der Journalisten-Akademie gemacht habe, musste ich mal einem sehr unfähigen Dozenten das Heft aus der Hand nehmen, als es um die Produktion von TV Beiträgen ging, was ich ja mehr als 15 Jahre gemacht hatte. In Folge war die Akademieleitung der Meinung ich könne das wohl ganz gut und ich wurde direkt nach der Ausbildung zum Dozenten berufen. Daraus wurde, für fast 10 Jahre, ein fester Job an vier unterschiedlichen Universitäten. Ich hätte früher im Leben nicht daran geglaubt, dass ich das können würde, gut fände und es mir so viel Spaß bereiten würde. In beiden Fällen waren es Außenstehende, die auf mich zukamen und mir sagten, was sie in mir gesehen haben. Es lohnt sich auf wildfremde Menschen zu hören, weil sie einen unvoreingenommenen Blick haben und etwas völlig anderes wahrnehmen, als die Menschen, die uns kennen.
Du kannst dich auch darauf besinnen, was Dir als Kind viel Freude bereitet hat und daraus ein Talent ableiten. Was fühlt sich in Deinem jetzigen Leben leicht an und was verursacht eher Bauchschmerzen? Wenn Du ein mögliches Talent entdeckst, kannst Du Dich fragen, wie Du es ausbauen, anpassen oder in Teilen für Dich übernehmen kannst? Seinem Talent zu folgen und etwas zu tun, was Dir leicht fällt und was Dich glücklich macht, wird mit Erfolg gekrönt. Zudem wird es Deiner psychischen Gesundheit extrem guttun. Du musst dich nur trauen. Daran scheitert es leider nur all zu oft. Der erste Schritt bedarf allen Mutes. Alles andere kommt dann von allein. In Dir wartet ein großer Schatz darauf geborgen zu werden und dieser Schatz ist der Schlüssel zu einem erfüllten und glücklichen Leben. Deine Begabungen und Talente geben Dir den Hinweis darauf wo Du suchen musst. Manchmal kommen die Tipps auch von außen, von den Menschen , die Dir etwas zutrauen und Dich nicht klein halten wollen. "Geht nicht" gibt es nicht, weil es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich jemand darüber hinweg setzt und es einfach tut. Das könntest Du sein.




Was will oder kann ich loslassen?


In der Regel stellen wir uns nicht die Frage, was wir loslassen könnten, weil wir alle darauf konditioniert sind, unseren Besitz behalten zu wollen. Doch je größer unser Haben wird, umso mehr Ballast sammelt sich an, der uns das Leben schwer macht.


Das Loslassen bezieht sich nicht nur auf materielle Güter, sondern auch auf geistigen Ballast, der uns das Leben noch viel schwerer macht, als irgend ein alter Schrank, der auf dem Speicher steht.

Bevor ich mit Trees of Memory gestartet bin habe ich alles verschenkt und verkauft, was ich besessen habe. Ich habe 14 große Koffer voller Klamotten in die Obdachlosenunterkunft getragen und dazu noch 3 Säcke mit 40 Paar Schuhen. Ich habe alle Souvenirs, die ich über die Jahre gesammelt habe an Freunde verschenkt und die Kunst an den Wänden musste ich zum Schleuderpreis verramschen, weil ich sie sonst nicht losgeworden wäre. Selbst ein handgewobener Teppich, mehrere Tausend Euro wert, habe ich am Schluss für 100 Euro weggeben müssen.

Am Anfang war das trotz des großen Ziels das ich hatte, wirklich schwer und nicht selten flossen Tränen, weil es mir so schwer fiel alles loszulassen und am Ende mit Nichts dazustehen. Doch mit jedem Teil, das gegangen ist wurde es mir leichter ums Herz. Nachdem 50% der Sachen weg waren, wurde der Wunsch immer größer, den ganzen Ballast so schnell wie möglich loszuwerden. Am Ende stellte ich Kartons voller Küchenuntensilien nur noch auf die Straße, wo sich die Sammler wirklich drum gekloppt hatten. Abkaufen wollte niemand etwas von mir aber auf der Straße haben sie sich dann um die besten Stücke gestritten. Absurd!

Mit dem Loslassen der Besitztümer tauchte auch eine geistige Leichtigkeit auf, die es mir immer leichter machte. Gleich dem alten Zeug aus dem Keller, tauchten alte Erinnerungen, Ängste oder Sorgen auf und ich erkannte, dass ich die auch einfach loslassen kann, weil sie keine Bindung mehr haben. Andere Gedanken, die als Kreisgedanken immer wieder kehrten, konnte ich nicht so ohne weiteres wegschicken, aber indem ich mich ihnen in der Meditation voller Konzentration widmete, konnte ich sie mit der Zeit doch gehen lassen. Diesen Prozess kann man üben.

Heute, drei Jahre später ist es nach wie vor so, dass alles was ich kaufen muss, mich nicht mehr erfreut, sondern eher belastet. Die Dinge die ich kaufe, haben keinen Wert mehr und sind von keinem Designer. Ich kaufe nur noch mit dem Gefühl, es morgen guten Gewissens in die Tonne treten zu können.

Geistige neue Anhaftungen versuche ich ebenfalls zu vermeiden und gebe ihnen keinen Raum mehr, sich festzusetzen. Das funktioniert in 90 Prozent aller fällen.

Hast Du schon mal den schönen Satz gehört, dass man loslassen sollte, was man liebt? Kehrt es zu einem zurück, darf man es für immer behalten. Anfang diesen Jahres bekam ich eine Mail von der Frau, die mir damals den Teppich abnahm. Sie schrieb, dass der Teppich immer mir gehört hat und sie sich immer nur als Bewahrer sah und sie ihn mir gerne zurückgeben wolle. Jetzt liegt der Teppich in meinem Winter-Zimmer vor dem Bett.

In Amerika gibt es eine Bewegung, die den persönlichen Besitz auf 33 Dinge reduziert. Frauen reduzieren den Kleiderschrank auf 33 Kleidungsstücke usw. Die Erfahrungen, die sie machen sind wirklich großartig. Digitale Nomaden reduzieren alles auf die Füllmenge eines Rucksacks. Damit können Sie jederzeit einfach gehen. Was ich mit Trees of Memory noch mit mir rumschleppe ist nach wie vor viel zu viel. Nicht alles brauche ich. Als es weniger war und ich nur einen Rucksack hatte, wurde ich auf der Straße sehr oft wie ein Obdachloser behandelt. Jetzt mit meinem Hightech-Gefährt bekomme ich plötzlich die Aufmerksamkeit, die es braucht. Aber auch das ist ein schlimmes Zeichen unserer Gesellschaft. Ich muss mit dem Wander-Bugatti daher kommen, damit man mir zuhört. Ich werde von manchen über das Haben definiert und das Sein ist dem untergeordnet.

Das Haben definiert mich nicht und das haben macht auch Dich nicht zu einem besseren Menschen.

Was kannst du loslassen? Versuche einfachmal mal dieses oder jenes an Freund und Bekannte zu verschenken und fühle, was es mit Dir macht.




Hast Du heute schon gelächelt?


Der römische Philosoph Cicero sagte, dass wer den Tag mit einem Lächeln beginnt, ihn bereits gewonnen hat“. Und das ist wirklich kein dummes Geschwätz.

Hast Du schon mal beobachtet, wie Menschen auf dich wirken, die Lächeln und welche Wirkung du erziehlst, wenn Du jemand anlächelst? Beim Flirten machst Du das auch, warum also nicht auch auf Arbeit oder beim Bäcker?

Hat Dir heute schon jemand ein Lächeln geschenkt oder hast Du jemanden angelächelt?

Ein Lächeln stimuliert tatsächliche positive Emotionen und führt dazu, dass die Glückshormone Endorphine ausgeschüttet werden. Du musst jetzt nicht den ganzen Tag wie ein Grinsekater durch die Welt rennen aber versuch doch einfach mal ganz bewusst ein Lächeln einzusetzen. Einfach so, ohne großen Grund.

Bitte lächel jetzt!




Was magst Du an Dir besonders?


Wir alle wollen geliebt und respektvoll geachtet werden. Doch das alte Sprichwort „Wie Innen, so auch außen“, verhindert diesen Rückfluss an Liebe und Wertschätzung. Wenn Du Dich selbst scheiße fühlst und denkst, dass an mir nichts tolles ist, dann kann auch nichts zurück kommen.

Ähnlich geht es Dir, wenn Du ausgehst und jemanden aufreißen magst. Wenn Du das Gefühl hast das geilste Stück auf dem Tanzboden zu sein, dann findest sich auch jemand, der Dich genauso wahrnimmt und Dich anbaggert. Denkst Du jedoch das graue hässliche Entlein zu sein, dann wird Dich niemand sehen.

Deshalb sollte man sich bewusst machen, dass Selbstakzeptanz und Selbstliebe nichts schlechtes ist, sondern der Beginn von viel Positivem ist, das zurückkommt.

Klar, ich mag jetzt auch nicht alles an mir und habe meinem Bauch den Krieg erklärt. Aber schau doch mal in den Spiegel und werde dir dessen bewusst, was Du wirklich magst. Was an Dir findest Du toll oder einzigartig? Deine langen Wimpern, das spezielle Grün Deiner Augen, die lustige Sommersprosse auf der Nase oder die Narbe neben dem Auge, die Dich so sexy macht? Wenn Du das übst wirst Du immer mehr Einzigartiges an Dir entdecken und wirst Dein eigener Freund, mit dem Du gut losziehen kannst und viel Spaß haben wirst.




Macht es Sinn auch mal was Neues auszuprobieren?


Der Erfinder Alexander Graham Bell sagte: „Gehe nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg, der nur dahin führt, wo andere bereits gegangen sind“. Wenn niemand diesen Ratschlag befolgen würde, hätte es in den vergangenen Jahrtausenden keine einzige Erfindung gegeben.

Wir sind leider alle Gewohnheitstiere. Wir gehen jeden Tag denselben Weg zur Arbeit, wir kaufen immer die gleichen Sachen ein und im Stammlokal essen wir ebenfalls nur das, was wir kennen. Gewohnheiten beflügeln unsere Bequemlichkeit und geben uns dazu noch das Gefühl von Sicherheit. Das wird schnell langweilig – mir zumindest.

Es macht wirklich einen Unterschied mal einen neuen Weg zu gehen. Warum nicht beim Einkaufen jedes Mal eine andere Sorte Erdbeermarmelade oder Pasta zu kaufen? Kauf doch mal eine andere Zeitung und lass Dir vom Leben neue Impulse zeigen. Das Bessere lässt sich nicht finden, indem man mit dem Alten verhaftet bleibt.

Das Ungewöhnliche, das Neue und das Überraschende wird Dir neue Impulse bringen, Deine Kreativität fördern und Du bekommst ganz nebenbei reichlich Lebenserfahrung und Wissen serviert ohne, dass Du Dich anstrengen musst. Du musst im Wald lediglich diesen einen Weg gehen, der Dein Leben verändern wird.




Wo hast Du Dich schon mal richtig wohlgefühlt?


Es gibt Momente im Leben, da ging es einem sehr gut. Als ich mich zum Beispiel das erste Mal richtig verliebt habe und das auch zurück bekam, habe ich vor Freude tagelang getanzt und gesungen. Als ich mit dem Segelboot durch den Lemeyer Kanal in der Antarktis gesegelt bin, war dieser Moment von so tiefgreifender Schönheit und Ruhe, dass mich dieses Bild noch auf meinem Totenbett begleiten wird.

Solche Erinnerungen sind wie ein Schatz in einer Truhe, den wir hüten. Jedes Mal, wenn wir uns daran erinnern, kommen die damaligen Gefühle wieder hoch. Diese Emotionen helfen uns auch Entscheidungen zu treffen. Interessant ist, dass unsere Gehirn keine Unterscheidung dabei macht, ob die Erinnerung 10 Jahre alt ist, wenn es dieses Gefühl fühlt oder ob in diesem Moment etwas geschieht, das das Gefühl auslöst.

Du kannst Dir jeden Tag einen Glücksmoment schaffen, indem Du Dir für einen Moment eine tolle Erinnerung hervorholst. Schließe die Augen und fühle hinein, lass es Dir gut gehen. Erinnere Dich an alle Details? Was hast Du gefühlt, gehört, gerochen, ertastet, geschmeckt? Hast Du stimmen, Töne, Kläge, Tiere gehört oder einfach nur das Rauschen im Wind?

Glaubst Du mir nicht, dass dies guttun kann? Dann mache doch einfach die Augen zu und denk jetzt an den schönsten Moment Deines bisherigen Lebens.




Welche Gefühle gibt es in Dir, die jetzt sofort gefühlt werden wollen?


Jeder von uns hatte schon diesen Moment, in dem wir uns ein bestimmtes Lied anhören, wohl wissend, dass wir dann sofort losheulen werden. Oder wir kramen einen alten Brief hervor und lesen ihn lachend mit hüpfendem Herzen. Oder dieser Moment, in dem wir die Hand der Freundin oder des Freundes greifen und ganz still den anderen erspüren und die Liebe bewusst auf unseren Fingern gribbeln lassen.

Jedes Gefühl ist wichtig und es hat immer eine Botschaft. Deshalb suchen wir uns solche Momente in denen wir Emotionen bejahend fühlen und annehmen. Es tut einfach gut, mal wieder Rotz und Wasser zu heulen oder das super verknallt sein Gefühl zurück zu holen.

Aufmerksames Fühlen kann erlernt werden und es schadet nicht, bewusst darauf zu achten, weil das wichtige Parameter in Sachen Achtsamkeit sind. Emotionen können Dir schon im Vorfeld anzeigen, wie es Dir geht.

Um das zu erlernen, fange mit Körperempfindungen an. Hast Du Hunger oder Durst? Ist Dir warm oder kalt? Gribbelt oder juckt es? Wie fühlt es sich an. Versuche es zu beschreiben. Was macht es mit Dir? Ist das Jucken nervig oder einfach nur interessant? Spürst Du es sehr oder nur ein wenig? Macht es Dir was aus oder kann es bleiben. Kommt es in Intervallen oder ist es ein Dauerzustand? Was löst es aus?

Wenn Du mit der Zeit immer leichter Antworten auf solche Fragen findest, kannst Du Deine Gefühle besser wahrnehmen. Bewahre Dir dabei den Grundsatz nichts zu bewerten. Gefühle sind einfach. Nicht mehr, nicht weniger. Sie sind nicht gut oder schlecht. Sie sind. Du nimmst einfach nur wahr, was ist. Mehr nicht.

Diese Einstellung hilft Dir dabei negative Gefühle, mit der Zeit gehen lassen zu können. Loslassen hat im ersten Schritt immer die Akzeptanz und erst dann kann man die Emotionen auch weg schicken. Stell Dir vor Du musst einen Stuhl der dir im Weg steht zur Seite schieben. Dazu musst Du erst mal anerkennen, dass da ein Stuhl steht. Dann erst kannst Du ihn packen und wegschieben. Würdest Du den Stuhl nicht anerkennen und akzeptieren würdest Du einfach weitergehen und über ihn stolpern. So ist es auch mit den Emotionen.

In Deinen Gefühlen ist viel Licht und viel Klarheit versteckt. Der Blick darauf hilft bei der Entdeckung derselben.




Was ist Dir im Moment wirklich wichtig?


Buddha sagt, dass es Deine Aufgabe sei, eine dir gemäße Tätigkeit zu finden und Dich ihr von ganzen Herzen hinzugeben. Eine solche Tätigkeit ist für mich alles, was mit Trees of Memory zu tun hat. Dazu zählt das Wandern, die Bäume der Erinnerung zu pflanzen, mit Menschen über Depressionen und Suizid zu reden oder eben auch mein Buch psychisch erkältet.

Auch Du kennst sicherlich Situationen in denen man tausend Dinge erledigen möchte und während Du diese Sachen abarbeitest, hast Du gar keine Möglichkeit hinzusehen, ob Dir das überhaupt wichtig ist. Viele alltägliche Aufgaben sind auch eher ein Muss und nicht wirklich geliebt. Wir denken es sei ein Muss, doch tatsächlich müssen wir nicht immer.

Damit Du Dir die Zeit für die Dinge nehmen kannst, die von hoher Wichtigkeit sind, solltest Du für Dich rausfinden, was relevant ist und was eher nicht. Lohnt es sich viel Zeit in eine Sache zu stecken, wenn in zwei Wochen kein Hahn mehr danach kräht? Hat die Tätigkeit für das kommende Jahr noch eine hohe Bedeutung? Hängen am Ergebnis Deines Schaffens andere Menschen oder Aufgaben und was hängt davon ab. Wie fühlst du dich bei der Umsetzung Deiner Aufgaben. Fühlen Sie sich leicht an oder grummelt es in Deinem Magen und eine Schwere macht sich breit?

Welche Deiner Aufgaben kannst Du bei näherer Betrachtung ganz sein lassen? Was lässt sich auf später verschieben? Was ist Dir wichtig und was weniger?

Wenn Du das für Dich geklärt hast, kannst Du inne halten und Dich entspannt den Dingen widmen, die Dir wichtig sind, die Dir etwas bedeuten. Das führt nicht nur zu einer gewissen Leichtigkeit sondern verbessert auch automatisch das Ergebnis.




Wie kann man die Lebensfreude steigern?


Konfuzius sagte mal, dass die Freude überall ist. Es gilt sie nur zu entdecken. Wie recht er damit hat. Aber ich kenne auch die Zeiten, nach dem Tod meines Partners, in denen ich keinen Funken Freude entdecken konnte. Alles war nachtschwarz und jedes Gefühl war tot. Kein Witz, kein Lächeln, keine liebevolle Umarmung konnte Freude in mir auslösen. Die Trauer war einfach zu groß.

Die Freude kam wieder, als ich aktiv Dinge machte, die mir seit jeher Freude bereitet haben. Als ich das erste Mal wieder wandern ging und im Wald die Vögel sangen, saß ich auf einer Bank und habe geweint vor Freude und ein wenig auch wegen der Trauer. Vor allem hatte ich mich darüber gefreut, wieder etwas zu spüren. Später an diesem Tag kaufte ich mir Blumen und stellte sie in mein Zimmer. Auch das löste Freude in mir aus. Irgendwann hörte ich auch wieder Musik und fing an was Gutes für mich zu kochen und dabei zu tanzen.

Egal wie dreckig es Dir geht, versuche Dich dazu zu zwingen etwas zu tun, das Dir früher immer Freude bereitet hat. Du wirst sehen, dass es Dich wieder berühren wird, wenn auch nicht sofort. Halte Dich nicht künstlich im Tief, denn das Mitleid deiner Umwelt, wird Dir keine Freude bereiten. Sei Dir bewusst, dass es immer um Dich geht und deshalb alles erlaubt ist.

Du hast Dir Lebensfreude verdient, egal was war.




Was will oder kann ich loslassen?


In der Regel stellen wir uns nicht die Frage, was wir loslassen könnten, weil wir alle darauf konditioniert sind, unseren Besitz behalten zu wollen. Doch je größer unser Haben wird, umso mehr Ballast sammelt sich an, der uns das Leben schwer macht.
Das Loslassen bezieht sich nicht nur auf materielle Güter, sondern auch auf geistigen Ballast, der uns das Leben noch viel schwerer macht, als irgend ein alter Schrank, der auf dem Speicher steht.

Bevor ich mit Trees of Memory gestartet bin habe ich alles verschenkt und verkauft, was ich besessen habe. Ich habe 14 große Koffer voller Klamotten in die Obdachlosenunterkunft getragen und dazu noch 3 Säcke mit 40 Paar Schuhen. Ich habe alle Souvenirs, die ich über die Jahre gesammelt habe an Freunde verschenkt und die Kunst an den Wänden musste ich zum Schleuderpreis verramschen, weil ich sie sonst nicht losgeworden wäre. Selbst ein handgewobener Teppich, mehrere Tausend Euro wert, habe ich am Schluss für 100 Euro weggeben müssen.

Am Anfang war das trotz des großen Ziels das ich hatte, wirklich schwer und nicht selten flossen Tränen, weil es mir so schwer fiel alles loszulassen und am Ende mit Nichts dazustehen. Doch mit jedem Teil, das gegangen ist wurde es mir leichter ums Herz. Nachdem 50% der Sachen weg waren, wurde der Wunsch immer größer, den ganzen Ballast so schnell wie möglich loszuwerden. Am Ende stellte ich Kartons voller Küchenuntensilien nur noch auf die Straße, wo sich die Sammler wirklich drum gekloppt hatten. Abkaufen wollte niemand etwas von mir aber auf der Straße haben sie sich dann um die besten Stücke gestritten. Absurd!

Mit dem Loslassen der Besitztümer tauchte auch eine geistige Leichtigkeit auf, die es mir immer leichter machte. Gleich dem alten Zeug aus dem Keller, tauchten alte Erinnerungen, Ängste oder Sorgen auf und ich erkannte, dass ich die auch einfach loslassen kann, weil sie keine Bindung mehr haben. Andere Gedanken, die als Kreisgedanken immer wieder kehrten, konnte ich nicht so ohne weiteres wegschicken, aber indem ich mich ihnen in der Meditation voller Konzentration widmete, konnte ich sie mit der Zeit doch gehen lassen. Diesen Prozess kann man üben.

Heute, drei Jahre später ist es nach wie vor so, dass alles was ich kaufen muss, mich nicht mehr erfreut, sondern eher belastet. Die Dinge die ich kaufe, haben keinen Wert mehr und sind von keinem Designer. Ich kaufe nur noch mit dem Gefühl, es morgen guten Gewissens in die Tonne treten zu können.

Geistige neue Anhaftungen versuche ich ebenfalls zu vermeiden und gebe ihnen keinen Raum mehr, sich festzusetzen. Das funktioniert in 90 Prozent aller fällen.

Hast Du schon mal den schönen Satz gehört, dass man loslassen sollte, was man liebt? Kehrt es zu einem zurück, darf man es für immer behalten. Anfang diesen Jahres bekam ich eine Mail von der Frau, die mir damals den Teppich abnahm. Sie schrieb, dass der Teppich immer mir gehört hat und sie sich immer nur als Bewahrer sah und sie ihn mir gerne zurückgeben wolle. Jetzt liegt der Teppich in meinem Winter-Zimmer vor dem Bett.

In Amerika gibt es eine Bewegung, die den persönlichen Besitz auf 33 Dinge reduziert. Frauen reduzieren den Kleiderschrank auf 33 Kleidungsstücke usw. Die Erfahrungen, die sie machen sind wirklich großartig. Digitale Nomaden reduzieren alles auf die Füllmenge eines Rucksacks. Damit können Sie jederzeit einfach gehen. Was ich mit Trees of Memory noch mit mir rumschleppe ist nach wie vor viel zu viel. Nicht alles brauche ich. Als es weniger war und ich nur einen Rucksack hatte, wurde ich auf der Straße sehr oft wie ein Obdachloser behandelt. Jetzt mit meinem Hightech-Gefährt bekomme ich plötzlich die Aufmerksamkeit, die es braucht. Aber auch das ist ein schlimmes Zeichen unserer Gesellschaft. Ich muss mit dem Wander-Bugatti daher kommen, damit man mir zuhört. Ich werde von manchen über das Haben definiert und das Sein ist dem untergeordnet.

Das Haben definiert mich nicht und das haben macht auch Dich nicht zu einem besseren Menschen.

Was kannst du loslassen? Versuche einfachmal mal dieses oder jenes an Freund und Bekannte zu verschenken und fühle, was es mit Dir macht.




Möchtest Du diesen Gedanken, den Du gerade denkst wirklich zu Deiner Wahrheit machen?


Der römische Kaiser Marc Aurel sagt: „Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab“.

Diese Aussage kann noch ergänzt werden. Deine Gedanken werden sich in Worte und in Taten wandeln, deren Ursprung nicht immer der Wahrheit entsprechen.

Als ich vor einigen Jahren mit schweren Depressionen zusammengebrochen bin und in der Klinik landete, hatten meine Gedanken nichts mehr mit der Realität zu tun. Ich litt unter schrecklichen Kreisgedanken, die sich nach und nach selbstständig machten. Irgendwann war es kaum noch möglich, die Realität von den fehlgeleiteten Gedanken zu unterscheiden. Insbesondere auch deshalb, weil unsere Emotionen automatisch Gedanken erzeugen, die wahrlich nichts mehr mit der Realität zu tun haben, auch wenn die gefühlte Wahrheit sich echt anfühlen mag.

Deshalb ist es wichtig zu erkennen, dass das Denken Einfluss auf unsere Gefühlswelten hat. Es lohnt sich immer wieder mal, einen Schritt zur Seite zu machen und die eigenen Gedanken zu betrachten. Frage Dich, ob sie wirklich der Realität entsprechen. Hat es sich tatsächlich so zugetragen? Kann es sein, dass nur Deine Perspektive diese Gedanken und Emotionen entstehen lassen und jemand anders, aus einer anderen Perspektive heraus völlig andere Gefühle und Denkmuster entwickelt? Was passiert, wenn Du Deine Gedanken anerkennst? Ist die individuelle Wahrheit, die sich dadurch entwickelt gut für Dich oder fühlt es sich schlecht an?

Wenn sich ein Gedanke wirklich nicht gut anfühlt, dann frage Dich ernsthaft, ob er wirklich die Geschehnisse wiedergibt oder durch irgendeinen Umstand verfälscht worden ist. Lass mich Dir ein Beispiel nennen. Du siehst Deine neue Freundin, wie sie auf der anderen Straßenseite einen Mann anlacht, sich mit ihm lange und sehr vertraut unterhält und am Ende verabschieden sie sich mit einer innigen Umarmung und einem Kuss auf der Wange. Du bist irritiert, Du bist sauer, Du spürst Wut und Eifersucht und fragst Dich, was für eine Schlampe Du Dir angelacht hast. Deine Gedanken spielen verrückt und lassen nicht mehr zu, dass Du noch normal denken kannst. Wenn Dir in dieser Minute jemand sagen würde, dass der Mann ein Cousin oder der Bruder Deiner Freundin ist, würde sich Deine komplette Gedankenwelt als unnützes Theater herausstellen.

Das Gegenteil von dem was Du denkst und empfindest entspricht nicht selten der Wahrheit. Deshalb stelle Deine momentanen Gedanken auf den Prüfstand und lausche tief in die Stille Deiner Seele hinein und erspüre, was real ist und was nicht!




Welchen Schritt kannst Du heute in Richtung Deiner Zukunft tun?


Mir wird oft gesagt, dass mein Lauf um die Welt sehr mutig sei. Das empfinde ich nicht so. Für mich war das einzig Mutige den ersten Schritt zu tun.

Ist Dein Ziel riesengroß und kann nicht mit einem Schritt angegangen werden, dann erstelle Dir kleine Zwischenschritte. Überlege Dir den kleinstmöglichen ersten Schritt und setze diesen um. Wenn er immer noch kompliziert erscheint, dann vereinfache ihn. Alles was Du tun musst, ist jede Aufgabe auf Dich und Dein Können anzupassen. Fehlt Dir eine Fertigkeit, dann besteht der erste Schritt darin, dir dieses Wissen anzueignen, indem Du einen Kurs machst oder Dir Fachliteratur holst.

Wenn Dir auch nur ein minimaler Schritt pro Tag gelingt, wirst du spüren, dass sich daraus auch positive Gefühle entwickeln und die Vorfreude auf die Erlangung des großen Ziels jeden Tag größer wird. Du kannst Dich für das Erreichen von Zwischenzielen auch immer selbst belohnen.

Anzufangen ist der wichtigste Teil der Arbeit, das sagte schon Platon im alten Griechenland.

Fang an. Jetzt. Worauf wartest Du noch?




Welche Ziele sind für Deinen Lebensweg wichtig?


Wir alle haben Ziele im Leben. Große, kleine, wichtige, unwichtige. Viele von uns setzen alles daran, dieses Ziel unbedingt erreichen zu wollen. Ist es geschafft, sind wir glücklich, stolz und zufrieden. Zumindest für eine gewisse Zeit. Doch was, wenn uns das Leben, das Schicksal, Karma oder das Universum einen Strich durch die Rechnung machen? Wenn der große Traum vom Profifußballer an einem Beinbruch scheitert?

Nicht selten bricht dann das gesamte Kartenhaus in sich zusammen und wir werden depressiv und gehören zu den unglücklichsten Menschen der Welt. Ich weiß wovon ich spreche, das kannst Du mir glauben.

Als Langstreckenwanderer habe ich mir auch immer wieder Ziele vorgenommen und ich schaue regelmäßig auf mein GPS, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Nicht selten stelle ich fest, dass der angezeigte Weg für mich und meine Bedürfnisse nicht passt und dann muss ich mich entscheiden. Entweder ich suche eine neue Route oder ich suche mir ein neues Ziel. So wird jeder Tag zu einer Herausforderung.

Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass wann immer ich ein Ziel nicht erreichen konnte, die nächste Möglichkeit plötzlich viel besser war. Deshalb hänge ich nicht mehr an den Zielen. Vielmehr lausche ich meiner Intuition und versuche die Schilder auf der Wanderung durch das Leben, richtig zu deuten und mich dann und wann richtig zu entscheiden.

Hin und wieder schadet es nichts, sich hinzusetzen und den aktuellen Lebenspfad zu überprüfen. Also frage Dich regelmäßig, welche Ziele Dir wirklich noch wichtig sind oder ob es nicht neue Ziele gibt, die Deiner jetzigen Situation viel besser entsprechen würden. Sei realistisch, denn unerreichbare Ziele zu haben, werden Dich krank und unglücklich machen.




Wofür bist Du besonders dankbar?


Es gibt zwei besonders gute und intensive Gefühle, die unser Sein nachhaltig beeinflussen. Das eine ist die Liebe und das andere ist die Dankbarkeit. Deshalb gibt es auch Meditationen, die sich diesen bereichen zuwenden. Denke mal zurück, als Du ein besonderes Ziel erreicht hast oder als Dir ein großer Herzenswunsch erfüllt wurde. Wie dankbar warst Du damals und wie fühlte sich das an? Richtig, es fühlt sich großartig an und wenn man dieses Gefühl durch die Erinnerung zulässt, dann macht das etwas mit einem. Ich für meinen Teil lächle meist vor mich hin und ich kann mich freuen.

Dankbar zu sein, kannst Du erlernen und jeden Tag anwenden. Wenn Du abends im Bett liegst, kannst Du die Gedanken auf etwas richten, für das Du an diesem Tag wirklich dankbar sein kannst. Das Lob vom Chef, die Fertigstellung einer Arbeit, das „ich liebe Dich“ des Partners oder das kleine Geschenk, das Du heute bekommen hast. Einfach die Augen zumachen, sich daran erinnern und danke sagen und dem Gefühl nachhängen.

Morgens wenn Du aufwachst kannst Du das auch machen. Dann fokussierst Du Dich vielleicht auf die großen Momente in Deinem Leben, für die Du dankbar sein kannst. Ich liege oft in meiner Hängematte und rufe regelrecht in den Himmel ein dickes danke, weil ich wirklich glücklich und dankbar darüber bin, das alles erleben zu dürfen, nach den ganzen schlimmen Depressions- und Suizidjahren, die mein Leben so nachhaltig beeinflusst haben.

Wenn Du Deinen Blick regelmäßig auf alles Gute lenkst und dankbar dafür bist, wirst Du dich zunehmend ein Stück glücklicher und irgendwie auch reicher fühlen. Dieses schöne Gefühl kannst Du auch weitertragen, indem Du mit einem Lächeln ein „Danke“ verschenkst. Tut nicht weh, macht aber dich und die andere Person glücklich.

Hast Du heute schon mal Danke gesagt? Wenn nicht, worauf wartest Du?
Ich sage an dieser Stelle schon mal Danke für´s Zuhören.




Worüber bist Du froh es getan zu haben?


Hört sich vielleicht tatsächlich komisch an. Aber es lohnt sich darüber nachzudenken. Ich bin zum Beispiel sehr froh, dass ich diesem Gedanken unter der Dusche gefolgt bin und mich für TREES of MEMORY entschieden habe, weil das mein Leben so dramatisch zum Guten verändert hat. Ich bin auch dankbar dafür, dass ich dem letzten verliebt sein nachgegeben habe, weil ich dadurch nochmals sehr viel über mich gelernt habe und noch viel wichtiger, weil ich erfahren habe, dass ich es wieder kann. Das habe ich über drei Jahre lang, nach dem Tod meines Partners, nicht mehr für möglich gehalten. Hat zwar nicht gehalten, aber das ist nicht schlimm, weil es zu können, viel wichtiger ist.

Ich bin meist vor allem über all die Dinge froh getan zu haben, die einem anderen Menschen oder einem Tier etwas Gutes gebracht haben. Egal wie klein der positive Beitrag ist, den wir für die Welt oder für andere leisten, er macht uns glücklich.

Jeder von uns hat bewusst oder unbewusst, kleine oder große Taten vollbracht, die was Positives bewirkt haben. Erinnere Dich daran und spüre nach, wie sich das anfühlt. Was Du irgendwann mal getan hast, kann sich dauerhaft bei dem Gegenüber festsetzen und er oder sie wird stets positiv an Dich denken. Davon musst Du nicht unbedingt etwas wissen. Tatsächlich bekomme ich manchmal Emails, die mir eine solche Situation schildern und das bringt mich dann fast zum Heulen.

Solche nachhaltigen Begegnungen machen das Leben aus, lassen uns dankbar und demütig werden und ganz nebenbei sind sie auch noch gut fürs Karma. Ein Leben, das aus Ursache und Wirkung be- und entsteht wird am Ende zu einem Leben, für das Du in der Summe eines Tages dankbar sein kannst, auch wenn Du das jetzt in diesem Moment nicht siehst.

Worüber bist Du heute froh, es getan zu haben?




Wie kannst Du Deine Motivation steigern?


Wir kennen das alle. Vor uns liegt eine Aufgabe, die wir auf die lange Bank schieben, weil wir keine Lust darauf haben. Insbesondere dann, wenn wir es machen müssen. Bei mir ist das jedes Jahr die Steuer. Ganz ehrlich: Was für eine Scheiß-Arbeit. Ich kann nicht verstehen, wie das jemandem wirklich Spaß machen kann. Aber es gibt solche Menschen. Wie heißt es so schön: Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Egal, was ich tue. Steuerunterlagen sortieren und sie einzupflegen und Zahlen zu tippen und Kontierungen zu vergeben ist nicht schön, macht nicht glücklich und es wird auch nur dann besser, wenn ich es hinter mir habe. Es gibt aber drei Tricks, die ein wenig helfen können, aus der Motivationslähmung zu fallen:

  • Schließe die Augen und stelle Dir vor, wie es sich anfühlt, wenn das Ziel erreicht ist und Du die lästige Arbeit hinter Dir hast? Vielleicht gibt es dadurch auch eine Belohnung. Andere bekommen, wenn sie die Steuer gemacht haben immer Geld zurück. Ich muss ja leider immer bezahlen aber meine Belohnung liegt dann darin, hoffentlich ganz wenig Steuer zu bezahlen und keine Strafe zu bekommen.

  • Der zweite Schritt liegt darin zu sehen, was alles zu machen ist. Was musst Du zuerst tun, um es überhaupt anzugehen? Wenn Du diesen ersten Schritt schon mal gemacht hast, geht der Rest fast von ganz allein.

  • Als letzten Tipp rate ich Dir einfach zu beginnen. Nicht einen ganzen Tag oder eine ganze Woche dafür einzuplanen, sondern einfach zu sagen: Jetzt fange ich an und wenn ich keine Lust mehr habe, mache ich ein anderes mal weiter. Du wirst überrascht sein, wie sich plötzlich alles entwickelt und dann sitzt man doch den ganzen Tag und plötzlich ist man fertig damit.

Du kannst Dich auch mit einer schönen Belohnung motivieren, wenn es Dir trotz allem schwer fällt. Denke immer daran, dass ein großes Feuer stets aus einem winzigen Funken heraus entsteht.




Wie würdest Du denken, bestimmen, auftreten, handeln, wenn Du bereits der wärest, der Du sein willst?


Bist Du glücklich und zufrieden so, wie Du Dich derzeit benimmst und gibst? Entspricht Dein Handeln und Dein Denken dem, der Du gerne sein möchtest? Ich frage nochmals ein wenig einfacher oder plakativer und mit einem Bild. Möchtest Du mal in die Fußstapfen von Mutter Theresa treten und für Dein soziales Engagement anerkannt werden? Wenn ja, handelst und denkst Du jetzt in diesem Moment schon so, also verrichtest Du unentgeltlich soziale Dienste und kümmerst dich in Deiner Freizeit um die Armen und Alten?

Oder willst Du mal ein toller Formel 1 Automechaniker werden? Warum sieht man Dich dann nur Skateboard fahren und nie an einem Motor schrauben?

Wenn man sich in die Vision seines idealen Selbst hinein begibt, dann ist man in der Lage so zu denken und so zu handeln. Wenn man das tut, kreiert man Gedanken, die automatisch dazu beitragen, diese Person zu werden. Macht man das nicht, wird man die Person, die Dein Handeln im Jetzt kreiert. Klaust Du also ständig Kaugummis und denkst Dir, dass Du später damit aufhören wirst, wenn Du mal richtig Geld verdienst, wird es vermutlich nie zum Geldverdienen kommen, weil man Dich in Bälde als Dieb erwischt und bestraft.

Deshalb, und dafür ist es nie zu spät, begib Dich in die Position Deines perfekten Ichs oder des Superhelden, der Du sein möchtest und frage Dich, wie diese Person mit der aktuellen Fragestellung Deines Lebens umgehen würde? Wie würde diese Person sich fühlen? Wie würde dieser Mensch leben? Was würdest Du tun und was würdest Du sein lassen?

Das Vorbild Deines Ichs wird Dir helfen das Leben zu erschaffen, das Du Dir wünscht. Deshalb ist es nicht zu früh sich auch so zu verhalten. Aber Achtung: Du wirst kein Millionär, nur weil Du Dich wie ein solcher verhältst und schon mal anfängst die Kohle auf den Kopf zu hauen. Davon wirst Du nur insolvent und zum Idioten abgestempelt. Die meisten Millionäre haben hart dafür gearbeitet und schon früh angefangen ihren Traum zu leben.

Es ist nicht von Vorteil, wenn Du mit 18 immer noch keine Vision hast. Man kann unentschlossen sein und noch immer nicht gefunden haben, was einem wirklich Freude macht. Aber trotzdem kann man schon ein Bild von sich haben, wenn man mal 40 Jahre alt ist. Wenn es dann trotzdem anders kommt, dann hat Dein Karma andere Pläne mit Dir. Und trotzdem wird es Dir jeden Tag helfen, so zu denken und zu handeln, wie es die perfekte Version Deiner selbst täte.

Also, wie möchtest Du sein?




Warum ist Deine Stimme mit das wichtigste Instrument Deiner Seele?


Der Dichter Johann Gottfried von Herder sagte, dass die Stimme der die Gewalt der Seele wäre und den Leib ziert. Der Mann hat nicht Unrecht. Die Stimme als Zierde des Körpers kann alles möglich in uns auslösen. Eine tolle Stimme beruhigt oder klingt extrem erotisch. Ihr Klang kann uns einschläfern, mitnehmen oder extrem nerven. Sie ist einzigartig und ein machtvolles unverwechselbares Instrument, das Du jederzeit nutzen kannst. Sie ist der Spiegel Deiner Emotionen und verrät mit jedem Ton, wie es Dir geht. Die Frage ist, ob man das möchte oder nicht?

Du kennst sicherlich auch Menschen, die mit weinerlicher, schon fast flüsternder und zaghafter Stimme Antworten, egal was man fragt. Welchen Eindruck bekommst Du von so einer Person? Würdest Du sie als Chef an eine Verkaufstheke stellen oder in ein Kundengespräch bringen? Dann gibt es die Kerle, die schreien, als ob sie auf einem Kasernenhof wären und wieder andere sprechen so schnell, dass man drei Mal nachfragen muss. Solche Eigenheiten machen es einem schwer.

Deshalb ist es ratsam mit seiner Stimme zu spielen und sie zu trainieren. Sie melodisch werden zu lassen und zu hören wie sie klingt, wenn Du mal leise, mal laut, mal unsicher, mal fest sprichst. Mache Deine Stimme zu Deiner Visitenkarte. Dazu musst Du nicht klingen wie ein Popstar. Sein Du selbst, egal ob Du eine tiefe, hohe oder mittlere Stimmlage hast. Vor allem, wenn Du aus der Reihe tanzt und als Kerl eine ganz hohe Stimme hast, ist es wichtig, dass Du trotzdem klar und deutlich und bestimmt bist und Dir mit jedem Satz Respekt einhandelst. Niemand von uns kann etwas für das, was die Natur einem mitgegeben hat. Wer darüber spottet und andere schlecht macht ist nichts weiter als ein Arschloch und wird früher oder später ernten was er oder sie sät.

Bringe Deine Stimme zum Klingen. Stell Dich aufrecht hin, atme tief in den Bauch und dann sprich was auch immer Dir einfällt und fühle dem Klang Deiner Stimme nach. Lerne Sie zu benutzen und übe die Tonlagen für verschiedene Situationen ein. Das gelingt gut, wenn Du laut vorliest.

Als Jugendlicher musste ich niemals auch nur ein Wort Hochdeutsch reden. Zufällig landete ich in einer TV-Redaktion als Praktikant. Da war ich schon fast 30. Die haben sich alle totgelacht, wenn ich den Mund aufmachte und schwäbelte. Ich habe nur deshalb eine Chance bekommen, weil man gesehen hat, dass ich wohl Talent für den Job habe. Ich bekam 6 Monate um meine Sprache und damit auch meine Stimme zu ändern. Daher nahm ich Sprechunterricht und litt sehr unter dem Verlust meiner stimmlichen und sprachlichen Identität.

Erspar Dir am besten eine solche Erfahrung. Das war nicht schön.

Üben musste ich damals unter anderem mit folgendem Satz, der Dir vielleicht auch bei Deinen Übungen helfen wird. Stell Dir wie ein Schauspieler vor, wie der Satz zu klingen hat, wenn ihn einmal ein Superheld spricht oder ein Professor oder wer auch immer. Er macht Spaß und birgt unendliche Möglichkeiten. Viel Spaß damit.

Los geht´s:

Steht ein Würmchen mit dem Schirmchen unter dem Ärmchen auf dem Türmchen, kommt ein Stürmchen und weht das Würmchen mit dem Schirmchen unter dem Ärmchen von Türmchen.




Wieviel Zeit kannst Du Dir heute und jeden Tag schenken?


Wenn man dem römischen Dichter Seneca Glauben schenken darf, dann haben die alten Römer auch schon reichlich Zeit unnütz vertrödelt, weil sie nicht sinnvoll für sich selbst genutzt wurde.

Wenn Du ehrlich bist, dann wirst auch Du Zeit verplempern, so wie ich das auch tue, anstatt mir täglich einige Minuten Auszeit zu gönnen, die nur für mich ist und zur Regeneration dienen. Jeder von uns hat immer einige Minuten und wer behauptet, dass dem nicht so wäre, der lügt oder macht sich wichtig oder will einfach keine kleine Auszeit für sich nehmen.

Du kannst Dir Deinen persönlichen Moment sogar in der Schlange im Supermarkt schaffen oder wenn Du in der Bahn bist. Anstatt stumpf die Nachrichten auf dem Handy zu lesen, könntest Du einfach nur Musik anmachen, die Augen schließen und Dich sanft auf Deinen Atem konzentrieren. Probiere das mal aus und Du wirst überrascht davon sein, wie positiv sich fünf Minuten der Ruhe auf Deinen Geist auswirken können.

Zu diesem Thema gibt es auch reichlich Forschungsmaterial und das besagt, dass es eben oftmals nicht die langen Stunden der Ruhe oder das Wochenende ist, was die dauerhafte Erholung bringt, sondern die vielen Minuten zwischendurch, die man sich einfach mal schenkt.

Als TV Redakteur sitzt Du oftmals total übermüdet im Schnitt und fertigst Deine Filme. Wir haben uns da immer einen Minutenschlaf gegönnt, den ich auch heute noch zwischendurch so betreibe. Direkt am Schreibtisch setzte ich mich bequem hin und halte einen Arm auf dem Tisch aufgestützt senkrecht und halte meinen Schlüsselbund. Irgendwann schlafe ich ein und es dauert nicht lange, bis der Schlüssel rausfällt und laut auf den Tisch knallt. Zack bist Du wieder wach und deutlich fitter. So ein Minutenschlaf ist wirklich sehr wohltuend.

Also, denk mal nach, wann Du Dir und Deiner Psyche einige Minuten Wohltat schenken kannst?




Welche Kleinigkeiten in deinem Alltag kannst Du verändern, um dauerhaft davon zu profitieren?


Die meisten von uns verbringen den ganzen Tag damit zu festen Arbeitsabläufen und oftmals schlechten Angewohnheiten zu folgen. Das fällt uns in der Regel nicht auf und ist eigentlich auch nicht schlimm, solange es uns gut geht. Wenn wir aber anfangen eine depressive Störung zu entwickeln oder dem Burn out nahe sind, dann sind Angewohnheit oft ein schlechter Ratgeber um zu gesunden. Als ich fast 6 Monate in der Klinik war, wurden von den Ärzten diverse feste Regeln eingeführt. Nicht alles leuchtete mir ein. Dazu zählte Abendessen um 18 Uhr. Ich war es immer gewohnt zu essen, wann ich Hunger habe. Ob das um 18 Uhr oder um 23 Uhr war, war mir egal. Tatsächlich stellte ich nach einigen Wochen fest, dass mir die Umstellung einfach gut tat, ohne dass ich es jetzt genau erklären konnte.

In meinem Winter-Zuhause in Berlin habe ich im vergangenen Jahr gespürt, dass sich etwas ändern musste. Irgendwie war alles trist, funktional und nicht wirklich heimelig. Also fing ich an mit knalligen Farben zu arbeiten und in der Küche eine Fototapete an die Wand zu bringen. Wenn ich jetzt in meinem knallbunten Flur trete oder nachts von meiner Blumenwiese an der Wand umgeben ins Bett falle, geht es mir schon wesentlich besser.

Es lohnt sich manchmal einfach der Intuition zu folgen ohne über das warum oder die Folgen nachzudenken. Mach es einfach und lass Dich überraschen, was die Veränderungen auslösen. Es müssen nicht große Veränderungen sein, manchmal tun es auch die Kleinigkeiten.

Wenn Deine Angewohnheiten das Resultat dessen ist, was andere von Dir erwarten und nicht wirklich stimmig mit Deinem eigenen Herzen sind, schaff diese zuerst ab, weil das sind die krankmachenden Aspekte.

Schon Sokrates sagte, dass das gute Gelingen eine gewisse Größe hat aber immer mit Kleinigkeiten anfängt. Die alten Meister und Philosophen hatten definitiv eine tiefere Sicht in das was Leben bedeutet, weil sie die Möglichkeit hatten tief in die Materie einzutauchen. Es gab kein Smartphone, Werbung, Telefon und jede Menge anderer Scheiß, der sie ablenken hätte können. Ich maße mir nicht an ein Philosoph zu sein aber eines habe ich mit den Herren von damals gemeinsam. Solange ich laufe und monatelang für mich allein bin habe ich Zeit, mich mit dem Leben zu befassen und sehe zunehmend Dinge, die mir bislang verborgen blieben und die mein Leben, um so viel einfacher und schöner machen. Das ist eine große Veränderung, die einfach so gekommen ist.




Wo und wie kannst Du heute deinen Stil leben, um Dich gut zu fühlen?


Der österreichische Schriftstellen Stefan Zweig sagte mal: Wer einmal sich selbst gefunden hat, der kann nichts mehr auf dieser Welt verlieren.

Wie Recht dieser Mann hatte und wie groß seine dahinter steckende Botschaft ist. Sie geht auch einher mit der Frage um das Sein und das Haben. Dein Haben, Deine Besitztümer kannst Du immer verlieren aber Dein Sein, Deinen Charakter, Dein Charisma wird immer bleiben, selbst wenn Du alles andere verlierst und unter der Brücke schlafen musst.

Wenn Du mal darüber nachdenkst, welche Personen dich am meisten beeindrucken, dann sind es oft diejenigen, die ihren eigenen Stil vertreten, die sich immer treu geblieben sind und deren Stil der perfekte Ausdruck ihres Charakters ist. Das fängt beim Punk an und hört bei der Großmutter auf, die schon seit dem 15 Lebensjahr ihre Haare immer auf eine perfekte Art und Weise trägt. Es sind die Menschen, die ungeachtet der zeitlichen Veränderung stets sich selbst treu geblieben sind und für die es keine Veränderung bedarf.

Stil bedeutet jedoch nicht, dass ich mir mit allem Geld der Welt die teuersten Designer leiste und fette Autos fahren. Auch alle Geräte von Apple zu besitzen hat nichts mit Stil zu tun. Oftmals verstecken sich die Menschen hinter ihrem Reichtum, weil sie nicht wissen, welch gute Eigenschaften sie an die Oberfläche kehren sollen und wie man diese personalisiert zum Ausdruck bringt. Stil und Geschmack kann man sich nicht kaufen.

Was passt zu Deinem Charakter? Was kannst Du mit ihm in Verbindung bringen? Womit kannst Du ihn unterstreichen? Was könnte dich ein Leben lang begleiten? Welche Botschaft möchtest Du nonverbal aussenden, wenn man Dir begegnet?

Wenn Dir ein bestimmter Gegenstand oder ein Kleidungsstück ein wirklich gutes Gefühl vermittelt, dann bist Du schon mal auf dem richtigen Weg. Versuche doch heute mal Dich so zu kleiden oder Dich so zu geben, dass Du damit Deine Botschaft unterstreichst.

An dieser Stelle fällt mir ein Student auf, den ich mal in Hamburg an einer sogenannten Elite Uni unterrichtet habe. Er hatte die Angewohnheit und diese merkwürdige modische Erscheinung übernommen, die Hose so zu tragen, dass der komplette Arsch in der Unterhose verhüllt zu sehen war. Ich fragte mal, warum er das tut? Seine Antwort war, dass er einfach nur anders sein wollte. … mm…. Nun, das wäre vielleicht gelungen, wenn er echt abgefahrene Unterhosen getragen hätte aber mit dem ewig langweiligen eingegrauten Feinripp glaube ich, dass er einfach nur ne Schlampe war ;-) Stil, konnte ich da nicht erkennen. Aber anders war er ganz sicher.




Wie kannst Du Entspannungs- und Erholungszeiten in Deinem Alltag besser integrieren und ausbauen?


Im Winter, wenn ich arbeite, um das Geld für meinen Lauf zu beschaffen habe ich oftmals einen 15 Stundentag. Es ist schon fast ein Normalzustand, dass ich die ganze Zeit arbeite und je begeisterter ich von dem bin, was ich gerade tue, umso weniger Pausen mache ich. Ja manchmal vergesse ich sogar das Essen. Das Einzige, das mich aus dieser sehr ungesunden Verhaltensweise herausholt, ist das Gassi mit dem Hund. Am Abend, wenn ich Fernsehen schaue kann ich es leider nicht lassen, mein Handy zu überwachen und schließe mich Diskussionen an, die mich nicht brauchen. Es ist fast wie eine Sucht, die ich abstellen muss. Deshalb sind Erholungszeiten extrem wichtig.

Nun ist mir schon klar, dass man im Betrieb nicht mal kurz ein Nickerchen machen kann und selbstverständlich hat auch nicht jeder einen Schreibtischjob. Wer bei einem Autobauer am Band arbeitet, was ich auch schon gemacht habe, hat noch nicht mal die Möglichkeit aufs Klo zu gehen und muss warten, bis die Pausen sind.

Was kannst Du also tun? Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass sogenannte Micropausen über den Tag verteilt, fast besser sind als zwei mal eine viertel Stunde. Die meisten von uns haben die Möglichkeit jede Stunde für maximal 2 Minuten, eine tut es auch, die Augen zu schließen und 60 Sekunden lang tief und bewusst durchzuatmen. Du kannst das auch immer dann machen, wenn Du eine Aufgabe erledigt hast und die nächste anfangen musst. Wenn Du Dir komisch dabei vorkommst oder Dich beobachtet fühlst, dann gehe einfach aufs Klo. Wer zwei Minuten auf dem Klo ist erregt kein Aufsehen und wenn, dann sagst Du halt, dass Du eine schwache Blase hast. Bleib da nur keine 5 Minuten.

Versuche mal 50 Sekunden lang die Augen zu schließen und tief ein und auszuatmen. Du wirst sehen, das tut gut und Du bist am Ende des Tages lange nicht mehr so kaputt, wie zuvor.




Wie atmest Du in diesem Moment?


Gehörst du zu den Menschen, die einfach vollautomatisiert Luft holen ohne das zu merken oder gehörst Du zu der Personengruppe, die schon mal gehört hat, dass bewusstes Atmen jede Menge Veränderung mit sich bringt?

Im Zen Buddhismus heißt es „Das Leben geschieht nur im Hier und Jetzt. Der Atem ist der Schlüssel dazu.“

Wer unter Depressionen leidet, wer Yoga macht, wer meditiert, wer achtsam ist, hat gelernt, dass der Atem ein wichtiges Instrument ist, um sich wieder zu erden und im hier und jetzt anzukommen. Der Atem kann Angst kontrollieren, kann Panik unterdrücken, kann Energie geben, um eine Aufgabe zu bewältigen oder eine Information zu verdauen. Wir sagen ja oft: „Als ich das gehört habe, musste ich erst mal tief Luft holen.“ Solche Redewendungen entstammen meist einer tieferen Weisheit, die in der modernen Gesellschaft schon lange verloren gegangen ist.

Tief Luft holen bedeutet, dass man mit dem Atemzug, die Wirbelsäule aufrichtet und eine bessere Haltung bekommt. Es gelangt mehr Sauerstoff in unseren Körper und wir fühlen uns fitter und können besser denken. Der tiefe Atem massiert die unter dem Zwerchfell gelegenen Organe. Zudem werden massenhaft abfallstoffe aus dem Körper transportiert, wenn wir mal aus der Tiefe kommend, ausatmen.

Versuche mal auf Deinen Atem zu achten. Ist er flach oder tief? Atmest Du in den Bauch oder in die Brust? Ist er langsam oder hektisch? Wenn Du regelmäßig auf Deinen Atem achtest und sei es nur, wenn Du eine Micropause machst, um neue Energie zu tanken, dann wird sich Dein Atem vertiefen und mit der Zeit wird eine innere Gelassenheit Dir Linderung verschaffen.

Der Atem ist die Verbindung zum Leben und setzt die Grenze zum Tod. Spüre Deinen Atem und lass ihn Dir das Leben bringen und bewusst werden.




Kannst Du lernen und daran wachsen?


Wir alle tun uns ja schwer, wenn es um das Lernen geht. Viele von uns verbinden das mit dem Zwang in der Schule und vielen unangenehmen Erfahrungen. Das geht mir nicht anders und es gibt Bereiche, da tue ich mir einfach unfassbar schwer. Etwas auswendig zu lernen gehört dazu. Vokabeln zu büffeln geht fast gar nicht. Und ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass mein Spazenhirn nicht mehr in der Lage ist, sich noch irgendetwas zu merken. Ich bin voll neidisch auf die Menschen, die sich alles und jedes merken können, die einen Zeitungsartikel lesen und die Information abspeichern, wie ein Computer und ein viertel Jahr später immer noch die beschrieben Zusammenhänge zitieren können. Da ziehe ich echt meinen Hut. Ich bin da eher der Typ von ich habe da mal was gelesen und da war von xy die Rede, und dass wohl dieses und jenes so irgendwie aufeinander wirkt. Aber so ganz genau kann ich es nicht mehr sagen. Wenn ich aber bei „Wer wir Millionär“ die Antworten sehe, dann erkenne ich die richtige Antwort sofort wieder, weil ich ein fotografisches Gedächtnis habe. Ich kann auch auf Bildern, die 1000 mal die Acht abbildet, die versteckte 6 in weniger als 5 Sekunden finden. … Ich habe einfach andere Qualitäten, zu denen ein gutes Gedächtnis nicht zählt.

Die für mein Leben wichtigsten Informationen habe ich stets auf Reisen gelernt. Allen voran meine Reise, als ich 20 Jahre alt war nach Afrika. Ein Jahr habe ich gebraucht, um vom Senegal nach Madagasskar zu kommen. Ich habe da viele tolle Dinge erlebt aber auch Menschen auf der Straße elendig verrecken gesehen. Diese Reise prägt mich bis heute und hat mir ein ganz anderes Bild von den Menschen, den Kulturen und den wirtschaftlichen Möglichkeiten verschafft. Auch mein einjähriger Aufenthalt in Los Angeles hat mich viel gelehrt und am Anfang, musste ich vieles neu lernen. Denn was hier eine Selbstverständlichkeit hat, besitzt dort keine Gültigkeit. Versuche mal ohne Socialsecurity Number einen Mobilfunkvertrag zu bekommen. Oder beschäftige Dich mit der Frage, was in Amerika Freiheit bedeutet und was die Freiheit in Deutschland ist.

Und jetzt, bzw in den vergangenen drei Jahren mache ich die ultimative Lernerfahrung und stoße in Bereiche vor, die viel tiefer gehen, als so eine dämliche Sozialversicherungsnummer oder Algebra. Die Vielzahl der existierenden Zusammenhänge in der Natur und in der Natur des Menschen, die Verbindungen zwischen Freud und Leid und was Geben und Nehmen auf einer mentalen Ebene wirklich bedeutet lehren mich Werte die schon lange vor unserer Gesellschaft existent waren. Die Erfahrung Trauer jeden Tag auszuhalten, abzufedern und dem Gegenüber trotz allem ein befreiendes Lächeln ins Gesicht zu zaubern, kann Dir kein Lehrer vermitteln. Diese Erfahrung kannst nur du in Dir selbst finden und wie ein Puzzle zu einem Instrument zusammenfügen. Die in der Welt zur Verfügung stehenden Handlungsmöglichkeiten stellen ein unerschöpfliches Reservoir an Lernchancen dar.

Die Welt, die Natur, die Tiere und die Menschen bieten einen wahnsinnig spannenden Entdeckungsspielraum. Du musst nicht alles auswendig können, Du musst nicht die Psychologie für ein Lehrbuch erklären können. Es genügt es zu fühlen und tief im Inneren die Wahrhaftigkeit zu spüren. Mache Deine eigenen Erfahrungen. Das Universum wird Dir immer nur das zeigen, was Du gebrauchen kannst und was für Dein Leben wichtig ist.

Nimm Dir doch mal vor, jeden Tag eine neue Information aufzunehmen. Ob das ein Artikel in einem Wissenschaftsnewsletter ist oder täglich ein anderer Wikipediaartikel oder die täglichen fünf Minuten, in denen Du Ameisen beobachtest, wie sie ihren Weg gehen ist gleich.

Weise wird man am Ende nicht durch Wissen, sondern durch Erfahrung. Erfahrung, die das Leben bringt. Also lebe!